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Theodor Körner, Friedrich Friesen und Heinrich Hartmann auf Vorposten

Ident. Nr.: A II 327

ObjID: obj:959915

Details (Expert)

Datierung
1815
Provenienz
Margarete Graf-Baraneck, Berlin,
1921
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 46 x 35 cm
Erwerbung
1921 erworben von Margarete Graf-Baraneck, Berlin, im Tausch gegen Anders Zorns Gemälde "Sommerabend in Schweden"

Objektbeschreibung

In Erinnerung an seine im Befreiungskrieg gefallenen Freunde Theodor Körner (1791–1813), Karl Friedrich Friesen (1784–1814) und Heinrich Hartmann (1794–1813) schuf Georg Friedrich Kersting diese beiden Gedenkbilder. Wie die drei dargestellten Freunde war Kersting 1813, einem Aufruf Theodor Körners folgend, dem Lützowschen Freikorps beigetreten, in dessen Reihen auch Joseph von Eichendorff sowie die Maler Friedrich Olivier, Philipp Veit und andere Künstler kämpften. Als ›Jäger zu Fuß‹ war Kersting von Gerhard von Kügelgen und Caspar David Friedrich mit Waffen und Geld ausgestattet worden. Goethe, der damals in Dresden weilte, erteilte ihm den Waffensegen.
Die Gemälde »Auf Vorposten« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 327) und »Kranzwinderin« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 328) sind als patriotisches Bekenntnis des Künstlers zu lesen und offenbaren zugleich seine Trauer über den Verlust der Kameraden. In »Auf Vorposten« haben Körner, Hartmann und Friesen am Rande eines lichten Eichenwaldes Posten bezogen. Sie tragen das 1813 von Schinkel entworfene Eiserne Kreuz. Die Eichen, schon seit dem 18. Jahrhundert ein Symbol des Heldentums, und die schwarz-rot-goldenen Uniformen deuten auf das neuerwachte deutsche Nationalgefühl hin. Feierliche Stille beherrscht die Szene; Gesichtsausdruck und Körperhaltung lassen die drei in sich gekehrt erscheinen, als seien sie der Welt bereits entrückt. Aufrecht stehend, mit dem Gewehr im Anschlag, lehnt Friesen an einer Eiche. Als Turnlehrer war er ein Mitstreiter von Friedrich Ludwig Jahn und wurde Lützows persönlicher Adjutant. Der links im Bild Pfeife rauchende Hartmann, ein 19jähriger Jurastudent aus Heidelberg, hatte gemeinsam mit Friesen und Kersting in der Schlacht an der Göhrde gekämpft. Sein Sterben mußte Kersting miterleben. Der Dichter und Dramatiker Körner, hinter Hartmann sitzend, war in Dresden der Werber des Freikorps. In seinen Werken hatte er gefordert, die Freiheit des Vaterlandes über das eigene Leben zu stellen. Nach seinem Tod erschien 1824 die Gedichtsammlung »Leyer und Schwert«.
In dem Pendantbild »Die Kranzwinderin« sitzt – wie eine Braut ganz in Weiß gekleidet – eine junge Frau unter Eichbäumen auf einem moosbewachsenen Felsbrocken am Ufer eines Waldbaches und flicht Kränze. Grabstelen gleich stehen drei Eichen hinter ihr, in deren Rinde die Namen der gefallenen Lützower Jäger geschnitten sind. Zwei der Kränze sind bereits fertig, das Eichenlaub für den dritten liegt bereit. Kersting verlieh der Szene eine interieurhafte, intime Atmosphäre. Wie ein Tempel steht der Wald, vor dem die Trauernde für die Helden des Vaterlandes Ruhmeskränze windet. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Zur Zeit der Herrschaft Katharinas der Großen (1762–1796) gehörte das weitverzweigte Fürstenhaus Galitzin, dessen Ursprung sich bis auf Gediminas, Großfürst der Litauer und Stammvater der polnischen Jagellonen, zurückführen läßt, zu den einflußreichsten Rußlands. Es stellte dem Zarenreich Minister und Feldherren, Diplomaten und Ratgeber, und die Förderung der Künste gehörte zu seinen nobelsten Angelegenheiten. Die Fürstin Warwara Wassiljewna Galitzina (1762–1802) wird während eines Aufenthaltes in Wien Gelegenheit gefunden haben, das Atelier Heinrich Fügers zu besuchen und sich von ihm nach der neuesten Mode in repräsentativer Ganzfigur porträtieren zu lassen. Füger gehörte zu den namhaftesten Porträtisten der Habsburger Metropole. Sein frühklassizistischer Stil zeichnet sich durch Eleganz und Empfindsamkeit aus. Zugleich orientierte sich sein Bildnisschaffen an der modernen englischen Malerei, die für ihre Natürlichkeit und elegante Noblesse, mehr aber noch für die dekorative Einbindung des Modells in eine landschaftliche Umgebung berühmt war. So tritt uns die junge Fürstin in ihrem modischen Musselinkleid und dem orangefarbenen Schultertuch als eine selbstbewußte Dame entgegen, die sich ihrer gehobenen sozialen Stellung bewußt ist. Vor der Kulisse einer Parklandschaft – vielleicht einer Anspielung auf die Besitztümer der Fürstenfamilie – präsentiert sie sich als aufgeklärte Förderin der Künste. Darauf deuten die ihr beigegebenen Attribute: die Leier, das Musikinstrument des Musenführers Apollo, und die Fackel, Zeichen für das Licht, das durch die Künste in die Welt gebracht wird. | Gerd-Helge Vogel

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Wolkenstudie

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Der Norweger Johan Christian Dahl kam 1818 nach Dresden, lebte dort ab 1823 für fast zwei Jahrzehnte in Haus- und Arbeitsgemeinschaft mit Caspar David Friedrich und war mit Carl Gustav Carus und Ludwig Tieck befreundet. Neben großformatigen Landschaftskompositionen schuf er eine Reihe von Ölstudien, in denen er atmosphärische Erscheinungen und flüchtige Himmelsphänomene festzuhalten suchte. Dahl und andere Zeitgenossen betrachteten Wolkenstudien als eigenständiges Bildmotiv, das in der Darstellung von Licht und Luft ein Bild des Lebendigen, sich immerfort Wandelnden gab. Auch ließ sich darin die Vorliebe der Romantik für das Vergängliche und Unbestimmte, die Sehnsucht nach dem Weiten und Unbegrenzten ausdrücken. Vermutlich durch Carus wurde Dahl auf Goethes Forschungen zur Wolkenbildung aufmerksam, welcher 1820 seinen wirkungsreichen Aufsatz »Wolkengestalt nach Howard« veröffentlichte und damit im Kreis der deutschen Künstler das wissenschaftliche Interesse an Wettererscheinungen begründete. Der englische Meteorologe Luke Howard hatte eine systematische Analyse und Klassifizierung der Wolkenformen in Cirrus, Cumulus, Stratus und Nimbus vorgenommen, die in seiner 1818 erschienenen Schrift »The Climate of London« Verbreitung fand. Goethe widmete dem englischen Wissenschaftler einen Gedichtzyklus: »Er aber, Howard, gibt mit reinem Sinn / Uns neuer Lehre herrlichsten Gewinn: / Was sich nicht halten, nicht erreichen läßt, / Er faßt es an, er hält zuerst es fest, / Bestimmt das Unbestimmte, schränkt es ein, / Benennt es treffend! – Sei die Ehre dein!«Auf seiner Italienreise 1820/21 hatte sich Dahl eine spontane, in kleinen Formaten skizzierende Malweise angeeignet und erprobte sie nach seiner Rückkehr an einer Serie von Wolkenstudien. In einer ungewöhnlich sicheren, freien Pinselschrift hielt Dahl über schmalen Landschaftsstreifen, Baumwipfeln oder Türmen atmosphärische Erscheinungen fest. Bedrohlich etwa schichten sich Gewitterwolken über dem Schloßturm von Dresden auf (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 831). Wenige Farbflecken lassen den Turm im durchbrechenden Sonnenlicht aufblitzen. Trotz des noch durchscheinenden Blaus und heller Wolkenpartien wirkt der Himmel düster. Er signalisiert aufkommendes Unwetter. Mit unvoreingenommener Naturbeobachtung und in gewagten Bildausschnitten schuf Dahl Arbeiten, die die europäische Freilichtmalerei wesentlich bereicherten. | Birgit Verwiebe

Philippus und der Kämmerer

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Die selten dargestellte Begebenheit entstammt der Apostelgeschichte des Lukas im Neuen Testament. Auf der Straße nach Gaza, wohin ein Engel den Apostel Philippus geschickt hat, begegnet ihm »ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandace in Mohrenland« (Apg 8, 27), der Aufklärung über eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja wünscht; und da, wie Philippus ihm verdeutlicht, sie das Opfer Jesu ankündigt, läßt der Mann sich schließlich taufen. Biblische Gegenstände standen Marées sonst eher fern, und wenn er sie wählte, blieb ihm der religiöse Gehalt gewiß zweitrangig. Immer wieder sind in seinen Gemälden Pferde präsent – stets robust und expressiv. Denn ihnen ist Dynamik zugeordnet, während in den menschlichen Figuren Gleichgewicht angestrebt wird. Gleichzeitig mit dem Frühwerk »Philippus und der Kämmerer« entstand als ein weiteres Reiterbild »Der heilige Martin« (Museum Oskar Reinhart, Winterthur). Als das Gemälde entstand – wahrscheinlich auf Gut Crostewitz bei Leipzig, wo Marées zwei oder drei Herbstmonate als Gast seines Gönners Conrad Fiedler verbrachte –, hatte der 32Jährige schon mehrere Jahre in Italien alte Meister kopiert und anschließend Spanien, Frankreich und Holland bereist. Von dem tiefen Eindruck, den er von Rembrandt und Delacroix empfangen hatte, zeugen in »Philippus und der Kämmerer« das dunkle Glühen der Farbe, die romantisierende Leidenschaftlichkeit der kraftvoll bewegten Pferde, vor allem aber die ungebremste Dynamik und Impulsivität des malerischen Vortrages. Mit barocker Wucht, doch ohne die barocke Ornamentalität setzt der Pinsel farbige Schwünge, von denen viele, besonders die weißen, unverbunden auf der Bildoberfläche stehenbleiben. Erkennbar ist auch, wie den Künstler die lyrischen, diffusen Landschaftsstimmungen der Venezianer um Giorgione und Tizian inspiriert haben. Die Farbigkeit seiner späteren, mit Tempera auf Holz gemalten Bilder ist hier schon angelegt. | Claude Keisch

Das Maifeld des Deutschen Kaisers. Entwurf für das Wandgemälde im Treppenhaus des Gerichtsgebäudes in Kassel

Das Maifeld des Deutschen Kaisers. Entwurf für das Wandgemälde im Treppenhaus des Gerichtsgebäudes in Kassel

Der bildmäßig ausgeführte Entwurf für ein Wandgemälde im Treppenhaus des Regierungs- und Gerichtsgebäudes in Kassel ist wohl der späteste von den drei erhaltenen (Neue Galerie, Kassel; Amtsgericht, Kassel). Er kommt mit den zahlreichen, neu eingeführten Figuren im Vordergrund und der Darstellung des deutschen Kaisers, der unter einer Eiche auf einem prächtigen Thron zu Gericht sitzt und zugleich einer Truppenparade beiwohnt, der späteren Ausführung im Kasseler Justizpalast am nächsten. Das zweite Hauptgemälde dort, die »Überreichung der Pandekten an Kaiser Justinian«, malte Hermann Knackfuß (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 570), die vier Kardinaltugenden Joseph Scheurenberg. Der Auftrag an die drei Künstler erfolgte im Jahr 1882; bis August 1890 war Kolitz mit seinem Wandbild beschäftigt. Anfang der 1920er Jahre wurde die Ausmalung durch neue Fresken ersetzt.Seit der ersten Reichsversammlung unter Karl dem Großen fanden diese jährlich in verschiedenen Reichs- und Bischofsstädten des Heiligen Römischen Reiches statt. Die Reichstage dienten ursprünglich der Heerschau im März oder Mai, vor den Kriegszügen im Sommer, daher der Name ›Maifeld‹. Die Darstellung von Kolitz ist eine assoziative Kompilation damals gängiger Vorstellungen vom Mittelalter. Denkbar ist allerdings, daß der Maler auf den berühmten Mainzer Hoftag Kaiser Friedrichs I. Barbarossa an Pfingsten 1184 Bezug nimmt. Da die Ankündigung des Hoftages bereits ein Jahr im voraus erfolgt war, konnten neben den Besuchern aus den Reichsgebieten nördlich der Alpen auch Franzosen, Spanier, Engländer, Italiener und Besucher vom Balkan anreisen. Die hohen Besucherzahlen und die prächtigen Veranstaltungen zeugten von der Machtentfaltung der Staufer. | Angelika Wesenberg

Kapelle bei Sankt Martin-Passeyer

Kapelle bei Sankt Martin-Passeyer

1860 reiste Wilhelm Riefstahl erstmals ins Gebirge nach Appenzell, 1861 sodann über die Alpen nach Oberitalien und auf der Rückreise durch das Passeiertal, das er 1863 erneut durchwanderte. Die erhabene Landschaft der Alpen reizte den Schirmer-Schüler, mehr noch das Leben der Tiroler Bergbauern, insbesondere ihre religiösen Bräuche. »Das Volk liegt mir am Herzen«, erklärte er, »sein Wesen, seine Art sind mir gänzlich ungebrochen, es ist eng mit dem Lande verknüpft. Kämpfend gewinnt es ihm Leben ab […]. Die malerische Tracht, die Gesichter vom edelsten Schnitt … kurz, es gibt nichts Interessanteres für einen Maler als das Passeierländchen« (zit. nach: A. Wagner, Wilhelm Riefstahl, Ausst.-Kat., Neustrelitz 1975, S. 13–14). Mit einer Fülle von Studien war Riefstahl von der Reise zurückgekehrt. »Romantisch, aber mit vollem Realismus gesättigt« (zit. nach: ebd., S. 6), wollte er malen, und schuf 1863 das eindrückliche Bild »Kapelle bei Sankt Martin-Passeyer«, möglicherweise der Entwurf für eine später in größerem Format auszuführende Komposition. Vor nebelverhangenen Gipfeln zeigt es fünf Bauern, die still vor dem Eingang einer verwitterten Kapelle warten. Eine weitere Ansicht dieser vom Großvater des Freiheitskämpfers Andreas Hofer errichteten Kapelle, jedoch ohne jedes Bildpersonal, ist Teil der Sammlung der Pfalzgalerie Kaiserslautern (vgl. Die Gemäldesammlung von Hofrat Joseph Benzino, Kaiserslautern 2002, S. 156–157, Kat.-Nr. 70). | Regina Freyberger

Bildnis des Herzogs Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin

Bildnis des Herzogs Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin

Friedrich Kaulbach, Sohn eines Tischlers, zeigte früh künstlerisches Talent. Ab 1838 nahm der 16-Jährige Unterricht im Atelier seines Cousins Wilhelm von Kaulbach. Friedrich Kaulbachs Interesse richtete sich zunächst auf die Historienmalerei. Vor allem aber mit der Bildnismalerei sollte er sich einen Namen machen. 1856 wurde er von König Georg V. als Hofmaler nach Hannover berufen. Der König, den Kaulbach mehrfach porträtierte, schenkte ihm eine Villa mit Atelier, die zum Treffpunkt künstlerischer Kreise wurde. Kaulbach schuf Gruppen- und Einzelporträts von Mitgliedern des Königshauses Hannover, der Hohenzollern, der Großherzoglichen-Mecklenburgischen Familie, von Künstlern und Intellektuellen und war auch in Frankreich und England erfolgreich. Seine Bildnisse zeichnen sich durch psychologische Einfühlung und eine präzise, detailreiche Darstellung der Kleidung und Accessoires aus. 1871 entstand das ganzfigurige Bildnis des Herzogs Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin (1827-1879), von dem irrtümlicherweise lange Zeit angenommen wurde, es handele sich um eine Darstellung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, ab 1888 Kaiser Wilhelm III. (1831-1888). Herzog Wilhelm zu Mecklenburg-Schwerin war der Sohn des Großherzogs Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin (1800-1842) und dessen Gemahlin Alexandrine von Preußen (1803-1892). 1865 heiratete er Prinzessin Alexandrine von Preußen (1842-1906) (Vgl. Laurens Lodewijk Kleijn, Bildnis der Prinzessin Alexandrine von Preußen, 1866, A III 333). In prächtiger weißer Uniform steht der Herzog in einem Schlossinterieur vor einem Prunksessel, der mit dem mecklenburgischen Familienwappen, einem bekrönten Stierkopf am geschnitzten Sesselrahmen verziert ist. Er trägt mehrere Orden, darunter den Mecklenburgischen Hausorden, den roten Adlerorden, das Eiserne Kreuz und das mecklenburgische Militär-Verdienstkreuz. Herzog Wilhelm hatte eine militärische Karriere eingeschlagen und war an mehreren Schlachten im Preußisch-Österreichischen Krieg sowie im Deutsch-Französischen Krieg beteiligt gewesen. 1870 zog er sich eine Verletzung bei der Explosion der Zitadelle von Laon zu, an deren Folgen er neun Jahre später starb. Das repräsentative, großformatige Bildnis entstand 1871, im Jahr des Versailler Vertrages und der Gründung des Deutschen Reichs. | Birgit Verwiebe Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;}

Bildnis des Kapellmeisters Gottfried Bernhard Anselm Weber

Bildnis des Kapellmeisters Gottfried Bernhard Anselm Weber

Der königlich preußische Kapellmeister Bernhard Anselm Weber (1764–1821) war seit 1792 Mitdirektor am Berliner Nationaltheater. Hier brachte er italienische Opern sowie Kompositionen von Gluck und Händel zur Aufführung, schuf selbst Opern, Singspiele sowie Lieder und vertonte eine Reihe von Werken von Schiller, Goethe oder August von Kotzebue. Carl Maria von Weber, der die Uraufführung von Kotzebues historisierendem Schauspiel »Deodata« (1810) in der Vertonung des namensgleichen Kollegen am 4. August 1811 in München besprach, lobte »den vielerfahrnen, gewiegten Meister, der nebst richtiger Declamation und Ausdruck, alle Künste einer effektvollen Instrumentation, mit einer ausgezeichneten Kenntnis der Szene in sich vereinigt«, vermißte allerdings »blühende Phantasie« (zit. nach: Carl Maria von Weber, ein Lebensbild, Bd. 3, Leipzig 1866, S. 44–45). Nichtsdestotrotz war es diese Musik des Berliner Kapellmeisters Weber, die dem sowohl auf der Bühne als auch konzertant aufgeführten Drama zum Durchbruch verhalf. So ist es eben die Partitur der »Deodata«, an der Bernhard Anselm Weber auf diesem fast überrealistischen, allerdings stark beschädigten Brustbildnis arbeitet. Nach brieflicher Mitteilung von Helmut Börsch-Supan dürfte es sich bei dem Künstler um Carl Kretschmar handeln, der seit 1805 in Berlin ansässig war und als herausragender Porträtist galt. In großer Nahsicht hat er Weber gegeben, gleichsam so, als würde er dem Betrachter unmittelbar gegenüber sitzen. Dadurch wirkt das Bildnis trotz aller klassisch-repräsentativen Attribute deutlich intimer als jenes von Ludwig Wolf, das in einer Radierung Friedrich Jügels verbreitet war (ein Exemplar in der Theatergeschichtlichen Sammlung und Hebbelsammlung, Kiel). | Regina Freyberger