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Die lesenden Mönche III

Ident. Nr.: NG 29/62

ObjID: obj:960039

1962 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Barlach (1870 - 1938),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die lesenden Mönche III
Übersetzung: Reading Monks III
Provenienz
Tausch: Nationalgalerie, Berlin,
1934–16.8.1937
Beschlagnahmung: Deutsches Reich, Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
16.8.1937–30.6.1939
Verwahrung: Depot Schloss Schönhausen, Berlin,
8.1938 - 25.4.1939
Auktion: Galerie Fischer, Luzern,
30.6.1939
Kauf: Albert Roothbert, Ridgefield, Connecticut,
1939–1962
Kauf: Land Berlin,
1962–1964
Material / Technik
Eichenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 84 x 60 x 45 cm
Erwerbung
1934 Ankauf im Tausch vom Künstler. 1937 als "entartet" beschlagnahmt und verkauft. 1962 Rückerwerb

Objektbeschreibung

Erste Studien zu dieser Holzskulptur entstanden bereits 1921: das Tonmodell und der Bronzeguss „Lesende Mönche I (Unterweisung)“ (WVZ Laur 2006, 317, 318). Der rechte, ältere Mönch überragt darin den jüngeren Buchleser beträchtlich, er leitet ihn an. Noch im selben Jahr formte Barlach eine der späteren Ausführung nahekommende Gruppe: „Lesende Mönche II (Die Buchleser)“ (WVZ Laur 2006, 319, 320), die der Galerist Alfred Flechtheim 1930 in sein Gussprogramm aufnahm. 1930 entstand mit dem „Lesenden Klosterschüler“ (WVZ Laur 2006, 463) die streng komponierte Figur eines jungen, ruhig und konzentriert die Schrift Studierenden. Vielleicht davon angeregt setzte Barlach bei der Neuaufnahme der Gruppe 1932 die beiden Figuren in ein anderes Verhältnis zueinander. Es entstand ein neuer Modellgips, der noch im selben Jahr in Bronze ausgeführt wurde (WVZ Laur 2006, 527, 528). Die vergrößerte Version desselben Jahres in Holz erwarb die Nationalgalerie 1934 im Tausch mit Zuzahlung gegen das Holzrelief „Der Apostel“ (WVZ Laur 2006, 381). In der Figurengruppe haben sich die Rollen der beiden Leser gewandelt: Nun sitzt der jüngere Mönch, der das Buch hält, aufrechter, er wirkt intellektueller, aber auch bewegter. Der ältere, fülligere, jetzt eher mitlesende Mönch scheint bemüht, bleibt jedoch in sich befangen, wie nicht nur der Gesichtsausdruck, sondern auch die Schüsselfalten seines Gewandes vermitteln. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz