Logo

Auguste Renoir

Ident. Nr.: B II 66

ObjID: obj:960144

Details (Expert)

Beteiligte
Aristide Maillol (1861 - 1944),
Bildhauer*in
Datierung
1906
Provenienz
Sammlung Dr. Otto Krebs, Holzdorf bei Weimar,
392237
Ministerium des Inneren,
1952
Überweisung: Nationalgalerie (Ost),
1952–2008
Restitution: Erben der ehemaligen Kunstsammlung Dr. Otto Krebs,
2008–2013
Material / Technik
Bronze, grauer Steinsockel
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 40,5 x 23,5 x 28,5 cm (mit Plinthe)
Erwerbung
2013 Ankauf von der Stiftung für Krebs- und Scharlachforschung Mannheim

Objektbeschreibung

Auf Anregung des Pariser Kunsthändlers Ambroise Vollard porträtierte Maillol den Maler Auguste Renoir (1841–1919). Die Büste entstand nicht 1907, wie man bisher annahm, sondern im Jahr zuvor. Renoir berichtete Vollard in einem Brief vom 12. September 1906 über die damaligen Porträtsitzungen (Louvre, Paris, document BS, B2.I.24, no. 3594) – kurz bevor das unfertige Tonmodell vom Sockel fiel. Der Bildhauer musste die Bruchstücke zusammenfügen und die Büste überarbeiten. Die nach vorn ausladende Plinthe sollte wohl verhindern, dass das Bildwerk nochmals das Gleichgewicht verliert. Maillol lag es nicht, einen alten Mann zu porträtieren. Er sei kein „bustier de profession“, betonte er, und klagte, wie sehr er bei diesem Auftrag gelitten habe (Henri Frère: Gespräche mit Maillol, Frankfurt a. M. 1964, S. 248). Renoir jedoch war von der bildhauerischen Tätigkeit so fasziniert, dass er selbst plastisch arbeiten wollte. 1911 erwarb Vollard von Maillol die Renoir-Büste mitsamt dem Reproduktionsrecht (Fonds Vollard, Musée d’Orsay, Paris, und Nachlass Vollard, Privatbesitz). In unlimitierter Auflage ließ er sowohl Bronzen, gegossen von Florentin Godard, als auch Terrakotten herstellen. Die Renoir-Büste war ein Bestseller der Galerie Vollard. Eine Terrakottaversion wollte der Kunsthändler der Nationalgalerie schenken, sie gelangte jedoch mit der Tschudi-Spende nach München in die Neue Pinakothek. Die Bronze, die 1952 der Nationalgalerie (Ost) überwiesen wurde, befand sich ursprünglich in der Sammlung von Dr. Otto Krebs in Holzdorf bei Weimar. Nach ihrer Restitution 2008 konnte sie 2013 für die Nationalgalerie zurückerworben werden. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 19.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

n/a

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Albrecht Achill im Kampf um Nürnberg

Albrecht Achill im Kampf um Nürnberg

Das monumentale Historiengemälde »Albrecht Achill im Kampf um Nürnberg« schuf der 30jährige Steffeck im Auftrag des Königs von Preußen. Es zeigt ein pyramidal zugespitztes Gewirr aus Menschen- und Pferdeleibern, mittig den brandenburgischen Markgrafen Albrecht III. Achilles (1414–1486), der im ersten Markgrafenkrieg 1449/50 erfolglos die Reichsstadt Nürnberg zu unterwerfen suchte. Nichtsdestotrotz sieht man den Markgrafen bei Steffeck heldenhaft und glorreich auf stattlichem Schimmel inmitten des Getümmels, die gegnerische Standarte siegreich in der Hand und mit der Streitaxt die feindlichen Krieger abwehrend. Einen historisch belegten Vorgang zeigt das Gemälde nicht: »Es ist eben kein welthistorischer Moment, wohl aber ein solcher, der zu einer individuell dramatischen Durchbildung alle Gelegenheit gab.« Dennoch habe der Künstler, so der Kritiker des »Kunst-Blatts« anläßlich der Berliner Akademieausstellung 1848, dies »vortrefflich empfunden und wiederzugeben gewußt […]; besonders in den Pferden zeigt sich eine verwegene Meisterschaft« (Kunst-Blatt, Beilage zum Morgenblatt für gebildete Stände, 29. Jg., 1848, H. 45, S. 177). Das »kolossale Jugendwerk« Steffecks (Max Liebermann, in: Carl Steffeck, Ausst.-Kat., Berlin 1913, S. 6) begründete den Ruhm des Künstlers. Dennoch wurde es vom preußischen König, für den das Bild entstanden war, nicht angekauft. Steffeck war bei ihm durch seine demokratische Gesinnung während des Revolutionsjahrs 1848 in Ungnade gefallen. Erst 1864 wurde das Werk für die Nationalgalerie erworben. | Regina Freyberger

Die Anbetung der heiligen drei Könige

Die Anbetung der heiligen drei Könige

Geboren in Heide in Dithmarschen studierte Groß ab 1915 in Weimar. Durch den Zusammenschluss der dortigen Hochschule für Bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule wurde er 1919 eher zufällig Schüler am Bauhaus, das er denn auch zum Ende des Jahres als federführender Protagonist im „Bauhausstreit“ verließ. Schon während der Studienzeit hatten sich neben Landschaften Kunstwerke mit religiöser Thematik als wesentlicher Schwerpunkt im Schaffen Groß’ ausgebildet. Waren seine grafischen Arbeiten in jenen Jahren expressionistisch geprägt, wich dieser Ausdruck in den Gemälden und auch dem vorliegenden Kirchenfenster einer eher tradierten Bildsprache. Bereits ab 1915 fühlte sich Groß völkischen Ideen verbunden und stand im Austausch mit den Literaten der „Heimatkunstbewegung“. 1930 trat er der NSDAP bei und suchte von da an, sich mit seiner Kunst aktiv in den Dienst der Partei zu stellen. Während einige seiner Werke 1937 als „entartet“ aus den Museen entfernt wurden, machte er auf Verwaltungsebene Karriere als Kreiskulturhauptstellenleiter von Bremen und leitender Angestellter an der dortigen Kunsthochschule. Trotz dieser Ämter und eines in Teilen propagandistischen Œuvre stuften die Alliierten Groß nach 1945 lediglich als „Mitläufer“ ein. Heute wird seine religiöse Kunst vor allem in den USA rezipiert, wohin seine Tochter 1951 ausgewandert war – sie hat sich sehr für die Anerkennung ihres Vaters als „entarteter Künstler“ eingesetzt. | Katharina Wippermann

Bildnis Konrad Haenisch

Bildnis Konrad Haenisch

Ebenso wie Hans Purrmann verkehrte Bondy um 1905 im Pariser Künstlertreffpunkt Café du Dôme. Damals schuf er an Auguste Renoir und Édouard Manet geschulte Bilder. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs übersiedelte er nach Berlin, wo er später Purrmann wiedertraf. Dieser schrieb 1930: „Bondy, vollkommen unabhängig, aus einem höchst kultivierten Wiener Hause kommend, […] wurde mit und nach dem Krieg gezwungen, Geld zu verdienen. Seine Malerei gab ihm ohne schlimme Zugeständnisse keine Möglichkeit dazu. Es war eine Malerei, die Zeit erforderte, gepflegt durchgeführt sein wollte, und daher nicht mehr in eine so unruhige Zeit paßte“ (Hans Purrmann, Walter Bondy. Zu seinem 50. Geburtstage, in: Weltkunst, 4. Jg. [1930], H. 51/52, S. 13 ). Das vorliegende Bildnis in Pastell bestätigt das kritische Urteil. Es zeigt Konrad Haenisch (1876–1925), von November 1918 bis 1921 erster Kultusminister der Weimarer Republik. Seit Ende 1918 gab es im Ministerium Überlegungen, Bondy eine Meisterklasse für Bildnismalerei an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste zu übertragen – doch auch der danach befragte Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie, riet ab. In diesem Kontext wird wohl die Haenisch-Studie entstanden sein. Wenig später gab Bondy seine Künstlerkarriere auf. Er gründete 1927 das Wochenblatt „Die Kunstauktion“ (ab 1930 „Weltkunst“), war als Kunsthändler und Autor tätig und eröffnete nach seiner Emigration in Sanary-sur-Mer ein Fotoatelier. Das Bildnis gelangte zu einem unbekannten Zeitpunkt in das Kultusministerium. Ebenso wie Willy Jaeckels Porträt des Kultusministers Otto Boelitz (A IV 192) wurde es 1939 der Nationalgalerie zur Magazinierung überwiesen. | Angelika Wesenberg

Landschaft mit Hünengrab

Landschaft mit Hünengrab

Der Maler Carl Julius von Leypold gehörte zum Dresdner Romantiker-Kreis um Caspar David Friedrich. Bereits als 14-Jähriger begann er eine Ausbildung an der Dresdener Kunstakademie. Er wurde Schüler von Johan Christian Dahl. Eine besondere Anziehung übte der mit Dahl befreundete Friedrich auf Leypold aus. Als Ausdruck der engen Verbundenheit mit seinem Vorbild zeigte der 18-Jährige 1824 auf der Akademieausstellung eine „Mondscheinlandschaft nach Friedrich“ (Ausst.-Kat. Akademie der Künste Dresden 1824, Nr. 353). Leypold gilt als der begabteste Nachfolger des Romantikers. Der Friedrichforscher Werner Sumowski bezeichnete Leypold unter Bezug auf dessen Frühwerk sogar als „Friedrich-Doppelgänger“ (W. Sumowski, Caspar David Friedrich und Carl Julius von Leypold, in: Pantheon, 29. Jg., H. 6, München 1971, S. 500). Leypolds Werke zeichnen sich durch eine feine Malerei, durch ein sensibles Gespür für Naturphänomene und faszinierende Lichtstimmungen aus. In dem Gemälde „Landschaft mit Hünengrab“ ist eine weite Ebene im Dämmerlicht dargestellt. Das magische Leuchten des abendlichen Himmels in Farbstufen zwischen Gelb, Orange, Grün und Blau hebt die eindrückliche Komposition in eine Sphäre der Transzendenz. Links im Vordergrund ist ein imposantes Hünengrab zu sehen, das sich gleichsam in die Bildmitte drängt. Rechts steht an einer Wasserfläche mit zahlreichen subtil ausgeführten Reflexionen ein abgestorbener Baum, auf dem eine Eule sitzt. Auf den ersten Blick scheint der Nachtvogel das einzige Lebewesen zu sein. Bei näherer Betrachtung des kleinen Tümpels ist ein weiterer, mit wenigen Strichen erfasster Vogel auf einem Pflanzenbüschel zu erkennen, dessen Erscheinung sich durch eine Spiegelung verdoppelt. In der Ferne, kaum sichtbar, ragt ein Kirchturm auf, der in dieser unbewohnt wirkenden Gegend auf menschliches Leben verweist. Unter dem Einfluss von Friedrich griff Leypold mit Hünengrab und Eule zwei bedeutende romantische Motive auf, die im Werk Friedrichs als Sinnbilder einer heroischen Vorzeit und der Vergänglichkeit eine herausragende Rolle spielten. | Birgit Verwiebe