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Kinder in der Haustüre

Ident. Nr.: A I 297

ObjID: obj:960155

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Eduard Meyerheim (1808 - 1879),
Maler*in
Datierung
1852
Systematik/Art
Provenienz
Ludwig Jacobs, Potsdam,
1879
Rudolph Lepke's Kunst-Auctionshaus, Berlin (Versteigerung Sammlung Jacobs),
27.1.1880
Kauf: Nationalgalerie, Berlin,
366124
verschollen,
377000
Galerie Koller, Zürich,
2008
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 44,2 x 35,6 cm
Erwerbung
1880 Ankauf aus der Weiland von Jakobs’schen Sammlung, Potsdam; seit 1941 verschollen; 2008 von der Galerie Koller, Zürich, zurückerworben

Objektbeschreibung

»Immermanns ›Münchhausen‹ mit der Oberhof-Idylle, von welcher doch erst die ganze moderne deutsche Dorfgeschichtenliteratur ihren Ausgang nimmt, fällt ungefähr in dieselben Jahre wie Meyerheims erste westfälisch-hessische Dorfbilder«, erkannte Ludwig Pietsch 1880 rückblickend. Nicht länger, führte er weiter aus, sei aus ironischer Distanz auf das ländliche Geschehen geblickt worden (E. Meyerheim, Eine Selbstbiographie, Berlin 1880, S. 15). Vielmehr wären in Malerei und Literatur Schilderungen des Volkslebens aufgekommen, die damals als realistisch empfunden worden wären. Aus heutiger Sicht schreiben diese Darstellungen freilich einen Topos fort, der bis in die Vorromantik zurückreicht. Seit Johann Gottfried Herder galt das ›Volk‹ – und das meinte auch die Landbevölkerung – als echt, unverbildet und naturnah, als ›kindlich‹ im Sinne einer stufenweisen Menschheitsentwicklung. Im Zuge zunehmender Verstädterung verlor diese Idee nicht an Relevanz und mag die große Popularität der ›Volkslebenidylle‹ in der Genremalerei der 1840er bis 1860er Jahre erklären. Darstellungen von Kindern spielten in diesen Bildern eine zentrale Rolle, sei es bei Ludwig Knaus, Ferdinand Georg Waldmüller oder Eduard Meyerheim, dessen Gemälde »Kinder in der Haustüre« von 1852 (Inv.-Nr. A I 297) und »Der erste Schritt«, 1858 (Inv.-Nr. A I 586) aus der Sammlung der Nationalgalerie dafür gute Beispiele sind. Sie zeigen nicht nur jene »Poesie des Optimismus«, die Adolf Rosenberg als Charakteristikum der Meyerheimschen Kunst definierte (Zeitschrift für bildende Kunst, 16. Jg., 1881, S. 10), sondern auch des Malers Bemühen um genaue Beobachtung und präzise malerische Ausführung, in den Details der Trachten und Möbel sowie dem Verhalten der Kinder. »Mein Vater«, erinnerte sich der Sohn Paul Meyerheim später, »hielt es nicht für richtig, nach der Natur gleich in das Bild direkt hinein zu malen; die geringfügigsten Accessoires hat er sich stets, wenn es auch Töpfe, Tücher und Meubles waren, die gewiß lange still halten, sorgfältig mit Bleistift gezeichnet und dann erst in das Bild übertragen. Zu den Räumlichkeiten seiner Bilder machte er sich sehr mühsame perspektivische Constructionen auf Papier. Jeder Stuhl und wenn im Bilde auch schließlich nur ein Bein davon zu sehen blieb, wurde erst richtig vermessen und konstruiert« (ebd., S. 47–48, Anm.). | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dorflandschaft,
Verso: Blumenvase

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