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Katzen

Ident. Nr.: B 67/9

ObjID: obj:960167

1954 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jeanne Mammen (1890 - 1976),
Künstler*in
Datierung
um 1950-1954
Weitere Titel
Sammlungstitel: Katzen
Übersetzung: Cats
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 100 cm
Erwerbung
1954 Ankauf von der Galerie Bremer, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Mammen wurde in Berlin in eine bürgerliche Familie geboren und wuchs in Paris auf. Sie erhielt von 1908 bis 1911 eine Ausbildung zur Malerin in Brüssel sowie in Rom. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester ging sie nach einer Zeit des Reisens während des Erstens Weltkrieges zurück nach Berlin und bezog ein Atelier im Hinterhaus des Kurfürstendamm 29, in dem sie bis zu ihrem Tod lebte und arbeitete. Mit großem Erfolg publizierte sie zahlreiche ihrer Zeichnungen und Aquarelle in Zeitschriften wie „Ulk“ und „Simplicissimus“ und sicherte so ihren Lebensunterhalt. Wie ihre Zeitgenoss*innen George Grosz, Hannah Höch oder Christian Schad hielt sie der Gesellschaft der 1920er-Jahre mit ihren satirischen Grafiken einen Spiegel vor, allen voran den Frauen jener Zeit. Parallel zu ihrem zeichnerischen Werk erwarb sie sich ab den frühen 1930er-Jahren auch einen Ruf als Malerin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zog sich Mammen zurück. Sie beendete vorerst ihre „realistische“ Periode und schuf abstraktere, kubistische, teils an Picasso erinnernde Arbeiten. In den 1940er-Jahren kehrte sie zur Figürlichkeit zurück und malte Personen aus ihrem Umfeld, deren individuelle Züge sie herausarbeitete. Nach Kriegsende vereinfachte Mammen ihre Darstellungen zunehmend. Mit sparsamen Strichen hielt sie Objekte wie grafische Elemente vor schillernden Hintergründen fest – so auch bei dem vorliegenden Gemälde „Katzen“. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz