Logo

Stehende Figur

Ident. Nr.: B III 177

ObjID: obj:960193

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alexander Archipenko (1887 - 1964),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1921
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stehende Figur
Übersetzung: Woman Standing
Geografische Bezüge
Provenienz
Kommission: Handelsorganisation (HO) Cottbuseser Börse,
1977
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 67,5 x 14,5 x 15 cm
Erwerbung
1977 Ankauf bei der Handelsorganisation (HO) Cottbusser Börse, Cottbus

Objektbeschreibung

Für Archipenko brachte das Jahr 1921 große Veränderungen mit sich. Er zog von Paris nach Berlin, wo er bereits enge Kontakte zu Herwarth Walden und dem künstlerischen Zirkel um dessen Galerie Der Sturm hatte. Zudem lernte er in Dresden die expressionistische Bildhauerin Gela Forster kennen, die er noch im selben Jahr heiratete. Sein künstlerisches Schaffen weist zu Beginn der 1920er-Jahre ebenfalls Einschnitte auf. Wenngleich er am Motiv des Torsos (vgl. „Flacher Torso“, B 789) festhielt, zu dem er bereits in seiner Anfangszeit in Paris gelangt war, lehnte er seine Skulpturen nun doch weniger an der geometrisierten Formensprache des Kubismus an als vielmehr an anthropomorphen Darstellungen. Bei Werken wie der „Stehenden Figur“ führen die langen, sanft geschwungenen Körperglieder, die weiche Rundung des Armstumpfes sowie die Verformungen im Kopfbereich zum Eindruck einer Bewegung und eines Fließens der Gestalt. Für Archipenko gehörte die Vorstellung eines beständig wirkenden „élan vital“ (Lebensimpuls), die der Philosoph Henri Bergson seinen Überlegungen zur schöpferischen Praxis zugrunde legte, zu den wichtigsten Inspirationsquellen. In den geschwungenen und weich modellierten Formen seiner Torsi der 1920er-Jahre ist diese Vorstellung zu plastischer Wirklichkeit geworden. | Nina Schallenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp