Bildnis des Bruders
Ident. Nr.: A II 798
ObjID: obj:960222
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1909/1910
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bildnis des BrudersOriginaltitel: Ritratto del fratelloÜbersetzung: Portrait of the Artist's BrotherOriginaltitel: Portrait du frère de l'artiste
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 119 x 75 cm
- Erwerbung
- 1932 Ankauf zusammen mit anderen Werken im Tausch gegen ein Michetti Gemälde
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960222
Objektbeschreibung
Die Brüder Andrea Francesco Alberto (1891–1952) und Giorgio de Chirico vereinte lebenslang eine enge Beziehung. 1909 kam es zu einer besonders intensiven künstlerischen Zusammenarbeit. „Ich malte Gemälde in böcklinscher Manier. Auch mein Bruder zeichnete und malte; außerdem lasen und studierten wir viel“ (Giorgio de Chirico: Memorie della mia vita. Astrolabio, Roma 1945, S. 89). 1911 ging Alberto für vier Jahre nach Paris, ab 1914 war er unter dem Pseudonym Albert(o) Savinio tätig. Giorgio schuf bereits 1909 seine ersten sogenannten metaphysischen Gemälde. Das „Bildnis des Bruders“, noch vor beider Hauptschaffensphase entstanden, reagiert auf die kunstästhetischen Auseinandersetzungen dieser Jahre. Alberto ist in bedeutungsvoller Profilansicht an einem Fenster mit Blick in eine italienische Landschaft dargestellt. De Chirico übernahm für sein Bild von Arnold Böcklin die Orientierung an venezianischen Porträts des 16. Jahrhunderts. Zudem gibt es einen böcklinesken Kentaur am fernen Wasserlauf, auf dem Steinsims aber liegen an Paul Cézanne erinnernde Äpfel. Während seiner Studienzeit hatte Giorgio de Chirico die heftige Auseinandersetzung zwischen den Kunsthistorikern Julius Meier-Graefe und Henry Thode über die impressionistischen Tendenzen sowie die „neudeutsche“ Malerei eines Böcklin und Hans Thoma verfolgt. Er selbst ließ beide Möglichkeiten gelten: Im Porträt des Bruders vereinte er Symbole der gegeneinander ausgespielten Tendenzen. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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