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A. P., geboren 1949

Ident. Nr.: A IV 622

ObjID: obj:960251

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Peuker (1945 - 2001),
Künstler*in
Datierung
1986
Weitere Titel
Sammlungstitel: A. P., geboren 1949
Übersetzung: A. P., Born in 1949
Provenienz
im Besitz des Künstlers, Kommission Galerie Rotunde,
1986–1989
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 72 x 65 cm
Erwerbung
1989 Ankauf vom Künstler, Leipzig, über den Staatlichen Kunsthandel der DDR, Galerie Rotunde

Objektbeschreibung

Das Gemälde „A.P. *1949“ zeigt ein Porträt von Peukers zweiter Ehefrau, Annette, die – wie der Titel andeutet – im Gründungsjahr der DDR geboren wurde. Die Verknüpfung dieser zwei Ebenen, der persönlichen und der historischen, wird im Bild sichtbar: Die Dargestellte, bekleidet mit einem schwarzen Blazer, ist monumental vor dem Brandenburger Tor positioniert, das als ambivalentes Symbol sowohl für die Verbundenheit als auch für die Teilung Deutschlands steht. Dabei ist die Porträtierte aufs Engste mit der symbolhaften Architektur Berlins verwoben: Rechts oberhalb ihres Kopfes thront die Quadriga, links unterhalb ist in der Ferne die Spitze der Siegessäule erkennbar. Ihr Haupt ist leicht gesenkt und vermittelt den Eindruck einer geduckten Körperhaltung, wobei der gedankenverloren-resignativ wirkende Blick nach rechts aus dem Bild gerichtet ist und damit auf einer Linie mit dem Architrav des Wahrzeichens Berlins liegt. Den Wandel des Brandenburger Tors von einem Ort der Offenheit und des Durchgangs hin zu einer geschlossenen, unpassierbaren Grenze betont Peuker in diesem Bild durch die blockartige Darstellung des Oberkörpers, der gleich einer Barriere in Erscheinung tritt: Die breiten, gepolsterten Schultern verdecken die Sicht durch das Brandenburger Tor beinahe vollständig. Der horizontal abschließende Ausschnitt des Oberteils unter dem Blazer mag aufgrund seiner Position in der Komposition auf das Dahinterliegende – die Berliner Mauer – verweisen. | Michaela Mai

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz