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Nach dem Fackelzug. Zusammenwerfen der Fackeln auf dem Dönhoffplatz in Berlin

Ident. Nr.: A I 1096

ObjID: obj:960253

Details (Expert)

Beteiligte
Adolph Menzel (1815 - 1905),
Maler*in
Datierung
1858
Provenienz
Richard Menzel (Bruder des Künstlers),
1865
Nachlass/Vermächtnis: Elise Milner, verwitwete Menzel, Groß-Lichterfelde,
1865–1906
Nachlass/Vermächtnis: Käte Cajetan, geb. Milner, Berlin-Charlottenburg (Tochter von Elise Milner),
1906–26.2.1910
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 55,5 x 73,5 cm
Erwerbung
1910 Ankauf von Käte Catejan, geb. Milner, Berlin-Charlottenburg

Objektbeschreibung

Zwei Bilder Adolph Menzels (Nationalgalerie, dieses und A I 961) beziehen sich auf eine Episode aus den mehrtägigen öffentlichen Festlichkeiten um den Einzug des Prinzen Friedrich Wilhelm, des künftigen Neunundneunzig-Tage-Kaisers, und seiner jungen englischen Frau am 8. Februar 1858 in Berlin. Von einem Fenster des Kronprinzenpalais aus hatte Menzel den Festzug beobachtet und in einer kleinen Gouache (Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin) die auf Bäume gekletterten Schaulustigen festgehalten. Im Verlauf der weiteren Veranstaltungen, die eine ganze Woche dauerten, brachte die Berliner Studentenschaft dem Kronprinzenpaar eine Huldigung dar, die unter dem Zeichen von Hoffnungen auf einen politischen Wechsel stand. In der Tat setzten wenige Monate später die Regentschaft des Prinzen Wilhelm und sein ›neuer Kurs‹ ein. National gestimmte Reden – namentlich zur Schleswig-Holstein-Frage, die sechs Jahre darauf den Deutsch-Dänischen Krieg auslösen sollte – folgten dem Umzug mit 900 Fackelträgern vom Brandenburger Tor zum Stadtschloß und dem Löschen der Fackeln auf dem Dönhoffplatz. In den zwei Fackelzug-Bildern schlägt sich auch diese politische Erregung nieder.
Schon ein Holzschnitt zu Kapitel 37 der Kuglerschen Friedrich-Biographie (1840–1842) zeigte einen Fackelzug anläßlich der Rückkunft des Königs aus dem Siebenjährigen Krieg. Dort aber sind die Menschen deutlich erkennbar, während das Gemälde nur eine dunkle Masse zeigt, aus der sich die Silhouetten der berittenen Schutzleute und des auf die Laterne gekletterten Jungen herausheben. Die Schilderung des aufsteigenden, rötlich angeleuchteten, alles einhüllenden Qualms, dessen Quellen und Sichverdichten ganze zwei Drittel der Bildfläche ausfüllt, erzeugt eine neue Variante des Wolkenbildes. Links erschließt die perspektivische Verjüngung einer Hausfassade die Bildtiefe, und sinnreich schwebt genau davor, als einziges präzis und pastos gemaltes, greifbares Motiv, das hell zitronengelbe, kühle Licht einer Straßenlaterne. | Claude Keisch

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Edward T. Pearson

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Die Porträtbüste Edward T. Pearsons (Lebensdaten unbekannt) wirft einige Fragen auf. Interessant ist, dass sie 1930 beim Künstler gegen einen Aufpreis gegen ein früheres Werk, und zwar den „Kopf von Werner Krauß“ (Verbleib unbekannt), ertauscht wurde. Dieser war 1922 erworben worden, wiederum durch einen Tausch. So war das erste Werk, das die Nationalgalerie von Ebbinghaus besaß, eine 1912 auf der Ausstellung der Berliner Secession ausgestellte Bildnisbüste des Malers Albert Hertel (Verbleib unbekannt). Doch wer mag das Tauschgeschehen angeregt haben? War es der Künstler, der immer sein bestes Werk in der Sammlung der Nationalgalerie wissen wollte? Es erscheint wahrscheinlicher, dass die Nationalgalerie Initiator des Tauschs gewesen war und es um den Dargestellten ging. Wer Pearson war, lässt sich jedoch heute nicht mehr sicher bestimmen. Er ist als alter Mann porträtiert. Nase und Ohren sind groß, das Gesicht faltig, der Haaransatz hoch und die Augen trüb. Die Zufälligkeit der Patinierung wirkt geschickt genutzt, da sie den Eindruck des Alters verstärkt. Im Inventarbuch findet sich der Hinweis, dass es sich um den Bruder der Mutter von Ebbinghaus handelt, einen englischen Kaufmann. In Paris lebte ein Engländer und Kunstsammler mit dem Namen Pearson, der enge Beziehungen zu Berlin besessen haben muss. Sein Nachlass wurde 1927 auf einer großen Auktion in der Berliner Kunsthandlung Cassirer angeboten, auf der auch die Nationalgalerie ein Werk („Italienische Landschaft“, A II 587) erwarb. In diesem Sinne wäre es von Interesse gewesen, die Büste des Kunstsammlers zu besitzen. | Johanna Yeats

Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz