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Tennisspieler

Ident. Nr.: NG 72/81

ObjID: obj:960294

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Champion (1887 - 1952),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tennisspieler
Übersetzung: Tennis Players
Provenienz
Renée Sintenis, Berlin,
vor 1928 - 1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 68,5 x 53,5 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin, aus dem Nachlas von Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Champion wurde 1887 in eine wohlhabende Unternehmerfamilie geboren. Zur väterlichen Villa Flora in Oberkassel bei Düsseldorf gehörte auch ein Tennisplatz. Champion liebte diesen Sport. So verwundert es nicht, dass er sich dem Motiv gleich mehrfach künstlerisch widmete. Zudem waren Sport- und insbesondere Tennisdarstellungen spätestens seit Max Liebermann ein äußerst populäres Sujet in der deutschen Kunst. Charakteristisch für Champion sind der tiefe Horizont und die gedeckte, blockhaft monochrome Farbpalette, die die strenge horizontale Gliederung betonen. Diese wird durch das filigrane Geäst am oberen Bildrand, das fast als japanische Reminiszenz anmutet, etwas gemildert. Ebenfalls typisch für Champion ist die Vereinzelung des Bildpersonals, die hier in der unterbrochenen Partie besonders augenfällig wird. Kurz nach Fertigstellung gelangte das Gemälde in den Besitz der Bildhauerin Renée Sintenis. Auch sie war eine aktive Sportlerin. Neben ihren berühmten Tierskulpturen schuf sie unter anderem Porträts von Athleten (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463, oder „Der Boxer Erich Brandl“, NG 52/86), sodass sie das Bildmotiv sehr angesprochen haben dürfte. Beide Künstler stellten bei Alfred Flechtheim aus; gut möglich, dass sie sich über ihn kennenlernten und er den Ankauf vermittelte. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz