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Dorflandschaft

Ident. Nr.: NG 74/81 (03)

ObjID: obj:960305

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Unbekannt,
Künstler*in
Datierung
vermutlich nach 1900
Weitere Titel
Sammlungstitel: Dorflandschaft
Übersetzung: Village Landscape
Provenienz
Renée Sintenis, Berlin,
257700
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Papier auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 16 x 24,5 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Im Besitz der Berliner Künstlerin Renée Sintenis befanden sich neben ihren eigenen Plastiken, Skizzen und Zeichnungen auch zahlreiche Arbeiten weiterer Künstler. Vier dieser Bilder – „Herbsttag“ (NG 74/81 [01]), „Pferd mit Fohlen“ (NG 74/81 [02]), „Dorflandschaft“ (NG 74/81 [03]) und „Blumenbouquet“ (NG 74/81 [04]) – konnten bisher keinem Künstler zugeschrieben werden. Es handelt sich um Landschafts- und Tierdarstellungen, die stilistisch nicht auffällig sind und teilweise den Charakter von Studien haben. Arthur Fohr, der sich auf Landschaften spezialisiert hatte, lebte wie Sintenis in Berlin, wo er Lehrer an der Meisterschule für Graphik und Kunsthandwerk war. Ob die „Hügellandschaft“ (NG 71/81) ein Freundschaftsgeschenk von Fohr an Sintenis war und wann sie in ihr Besitz kam, ist nicht überliefert. Maria Magdalena Goldmann (1900–1981) war die Haushälterin und Vertraute von Sintenis; sie begleitete die Bildhauerin viele Jahre lang. Beide wohnten zusammen in der Innsbrucker Straße in Berlin-Schöneberg. Goldmann war die Alleinerbin von Sintenis und vermachte ihren Nachlass der Nationalgalerie in Berlin (West). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz