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Adolf von Hildebrand. Plakette

Ident. Nr.: B I 422

ObjID: obj:960324

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lobach (1863 - 1926),
Bildhauer*in
Datierung
1916
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
396762
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19,3 x 13,3 x 1,5 cm
Erwerbung
1919 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Lobachs Plakette zeigt im strengen Profil nach rechts gewandt Adolf von Hildebrand (1847–1921), die zum Entstehungszeitpunkt der Arbeit fast siebzigjährige Schlüsselfigur der Münchner Bildhauerei. Die Reliefauffassung sowie das Verhältnis des Porträts zu Inschrift und Bildfeld zeigen die Schulung an Werken Hildebrands und seines Kreises. Neben weiteren Medaillen und Plaketten fanden Lobach vor allem durch seine „famose Mommsen-Bronze“ ([Archäologisches], in: Kunstchronik, Neue Folge, 19. Jg. [1908], H. 28, S. 493; vgl. das Bildnis „Theodor Mommsen“, 1902/1903, B I 201) Anerkennung und sein Schaffen eine weitere Verbreitung. Der Bildhauer war nach einer Italien-Reise in das Atelier Madeleine Jouvrays, einer Schülerin Auguste Rodins, in Paris eingetreten, seit 1902 schuf er in Berlin überwiegend Porträts. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz

Letzte Aktualisierung: 10.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Meeresküste mit Schiffer und Booten

Meeresküste mit Schiffer und Booten

1887 reiste Friedrich Preller mit seinen Schülern von der Dresdner Akademie an die Ostsee, besuchte erstmals die Insel Rügen und die Malerkolonie auf der Insel Vilm. Doch auch wenn Preller, berühmt für seine Bilder südlicher, meist italienischer Landschaften, bis 1899 fast jährlich nach Vilm reiste und dort Studien anfertigte, erschloß sich ihm die Ostseeregion nur schwer. »Es ging mir«, schrieb er an die befreundete Frau von Holstein am 6. November 1887, »wie es Jedem geht, der sich eine bestimmte Vorstellung macht und Alles total anders findet. […] In mir lebte die Vorstellung des Landes wie es mein Vater gemalt hat: rauschendes Meer und Hühnengräber mit 1000 jährigen Eichen, und ich fand eine Natur zwar fein und reizvoll, aber gänzlich charakterlos und was noch schlimmer ist: physiognomielos. […] Das Rügen meines Vaters ist das Phantasiegebilde eines großen Künstlers, den diese Natur nicht eigentlich anregte, sondern der seinen Geist in die Natur hineinlegte. Nun will ich versuchen, ob ich diesem mir neuen Lande auch eine Seite abgewinnen kann« (Tagebücher des Künstlers, München 1904, S. 252).Nach den Studien auf Rügen sind nur wenige Bilder entstanden. Eines davon, über die Sammlung Dr. Georg August Freund in die Nationalgalerie gelangt, zeigt in gewittriger Stimmung einen Blick auf den bewegten Rügener Bodden. Im Vordergrund ist ein Fischer neben seinem Boot zu sehen, der Pfeife rauchend den Horizont beobachtet. Ein großer Fels ragt rechts von ihm wie ein urzeitlicher Findling aus dem Sand. – Vgl. die Abbildung der zugehörigen Studie in der Broschüre »Der Vilm, die Maler-Insel« von Toni Preller, der Ehefrau des Künstlers, aus dem Jahr 1906 (Blasewitz, Verlag Emil Boden, o. Pag.). | Regina Freyberger

Eifellandschaft bei Gewitter

Eifellandschaft bei Gewitter

Der als Historienmaler erfolgreiche Carl Friedrich Lessing hegte großes Interesse für die Landschaft. Im Gegensatz zu anderen Künstlern reiste er nicht nach Italien, stattdessen widmete er sich als Mitbegründer des Düsseldorfer Landschaftlichen Komponiervereins verschiedenen Gegenden in Deutschland. Waren die Landschaften zu Beginn seiner Laufbahn noch romantisch aufgefaßt, so trugen sie später realistische Züge.Von geologischen Interessen geleitet, durchwanderte Lessing mehrfach die Eifel, eine rauhe, von vorzeitlichem Vulkanismus geprägte Gebirgslandschaft. Hier trat ihm »die Natur in der reinen, gleichsam nackten Eigenthümlichkeit ihres Daseins entgegen« (F. von Uechtritz, Blicke in das Düsseldorfer Kunst- und Künstlerleben, Bd. 1, Düsseldorf 1839, S. 395). Im Ergebnis seiner sechs Reisen in die Eifel – die beiden letzten unternahm er 1871 und 1872 – entstanden mehrere weiträumige Landschaften. Eine frühe Eifellandschaft erwarb der Sammler Wagener (1834, ehemals Nationalgalerie, Kriegsverlust, heute Muzeum Narodowe w Warszawie). Lessing belebte seine Bilder oft mit Rittern und Burgen und – wie in »Burg in der Eifel« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 844) – auch mit Landsknechten und Waldarbeitern. Die späte großformatige Komposition »Eifellandschaft bei Gewitter« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 214) wird von dramatischem Wettergeschehen beherrscht. Zu sehen ist eine sommerliche Landschaft voller schroffer Felsen, durch die ein Gewitter zieht. Sonnenflecken und tiefdunkle Schatten geben spannungsreiche Kontraste. Ein Bauernpaar eilt einen Weg entlang in Richtung eines Dorfes, in dem ein Brand ausgebrochen ist, wohl ausgelöst durch das Gewitter. Das Gemälde war 1876, im Jahr der Eröffnung der Nationalgalerie, vom Künstler erworben worden. 1878 wurde es auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. | Birgit Verwiebe

Selbstbildnis

Selbstbildnis

Sabine, die Tochter des Berliner Porträt- und Historienmalers Gustav Graef, studierte, als sie dieses Selbstporträt malte, noch nicht lange im Schülerinnenatelier von Carl Gussow in Berlin. Zunächst hatte sie ein Musikstudium begonnen, das sie abbrach, da ihr als Frau der Besuch der Kompositionsklasse verwehrt war. In den bildenden Künsten boten seit kurzem etliche Künstler als Nebenverdienst Damenklassen an. Aber auch ihr Leben als Malerin, als Gattin des Malers Reinhold Lepsius sowie als Mittelpunkt eines Salons, in dem um 1900 unter anderem Georg Simmel, später der Dichter Stefan George verkehrten, blieb nicht von spezifischen Kränkungen frei. In diesem erstaunlich sicheren Selbstbildnis sehen wir die 21jährige Schülerin mit den Insignien der neu gewählten Profession, Pinsel und Palette. Aber sie ist nicht aktiv, die Augen sind fast geschlossen, der Kopf ist sinnend zur Seite geneigt. Es ist ein Moment der inneren Schau oder Inspiration dargestellt; eine Situation, die Arnold Böcklin zehn Jahre zuvor durch den geigenden Tod symbolisiert hatte (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 633). Es gibt überraschende Ähnlichkeiten zwischen der Haltung der Dargestellten und jener des Engels in Caravaggios »Evangelist Matthäus mit dem Engel« (um 1595/96, Gemäldegalerie, Berlin, Kriegsverlust). Dem Engel ist bei Darstellungen dieser Art eine inspirierende, gleichsam federführende Rolle zugeschrieben. Seine Verschmelzung mit dem Inspirierten selbst war ein sehr moderner Gedanke. Die Künstlerin also zeigt sich hier als »eine inspiriert-Inspirierende« (A. Dorgerloh, Das Künstlerehepaar Lepsius, Berlin 2003, S. 72). Sabine Graef malt sich in diesem Selbstbildnis vor einem neutralen Hintergrund, mit androgynen, vergeistigten Gesichtszügen, nicht aber im Malkittel, sondern in einem modisch anspruchsvollen Kleid, wie es ähnlich die Schauspielerin Sarah Bernhardt trug. Ein ganzes Lebensprogramm scheint in dem Bildnis Ausdruck gefunden zu haben. | Angelika Wesenberg

Altmännerhaus in Lübeck

Altmännerhaus in Lübeck

Gotthardt Kuehl, in München ausgebildet, dann lange Jahre (1879–1889) in Paris tätig, unterbrochen von Studienaufenthalten in Norddeutschland und den Niederlanden, später Mitglied der Münchner Secession, teilt vieles in seiner Entwicklung, auch Vorlieben in der Motivwahl, mit Max Liebermann und Fritz von Uhde. Kuehl bewunderte das von Liebermann 1881 in Paris ausgestellte Bild »Altmännerhaus in Amsterdam« (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Berühmte Vorlagen für seine eigenen Darstellungen von Waisenhäusern und Altenstiften fand er in seiner Heimatstadt Lübeck. Aber Kuehls Arbeiten sind fester gebaut und bleiben dichter am Gegenstand. Der Kunstkritiker Karl Scheffler, Vertreter des Impressionismus, kreidete das dem Bild noch 1912 an: »Der starke farbige Effekt mag den Künstler beim Sehen zum Malen verlockt haben; diese Lust, etwas Seltenes zu geben, hat es dann nicht zur Harmonie kommen lassen« (Die Nationalgalerie zu Berlin, Berlin 1912, S. 222).Das Heilig-Geist-Hospital in Lübeck war ein schon im 13. Jahrhundert gegründetes Krankenhaus und Altersheim. Die Einrichtung, bis vor wenigen Jahrzehnten in Betrieb, ist noch heute zu besichtigen. Die Darstellung der im überdachten Mittelgang vor ihren Zimmern sitzenden Männer zeigt zudem Kuehls Vorliebe für lange, fluchtende Linien und schroffe Größenkontraste, und sie vermittelt auch Empathie: Man meint den gleichförmigen, gleichwohl geschützten Alltag dieser Menschen zu verstehen. | Angelika Wesenberg

Porträt Janos von Szallopek

Porträt Janos von Szallopek

Eine über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte, äußerst umfangreiche Sammlung an Kunst und Kunstgewerbe seit dem Mittelalter hatte im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert der österreichische, jüdische Bankier Albert Figdor (1843–1927) zusammengetragen. »Es bedeutete für den kunstfreundlichen Besucher stets einen besonderen Genuß, wenn Dr. Figdor die Schätze seiner ›Viennesien‹ vorzulegen bereit war«, hieß es 1927 in einem Nachruf. »Da rückten die bedeutenden Oelbilder oder Aquarelle eines Waldmüller, Fendi, Danhauser, Pettenkofer oder Alt in ein besonderes Licht« (Der Kunstwanderer, 1927, 1./2. Märzheft, S. 282). Als eine Schenkung der Sammlung an die Wiener Museen nicht zustande kam, vermachte sie Figdor seiner in Heidelberg ansässigen Nichte, die allerdings aufgrund einer denkmalpflegerischen Schutzbestimmung die Sammlung weder in Teilen veräußern noch außer Landes bringen durfte. So bot sie die Sammlung 1928 ›en bloc‹ dem in Wien und Berlin tätigen Kunsthändler Gustav Nebehay an, der sie für zehn Millionen Reichsmark mit Hilfe eines komplizierten Konsistorialkredits über die Darmstädter und Nationalbank erwarb. Nach längeren Verhandlungen mit dem Bundesdenkmalamt Wien konnte ein erster Teil der Sammlung katalogisiert und in Auktionen in Berlin, Wien und Luzern 1930 und 1932 versteigert werden. Als aufgrund der Weltwirtschaftskrise die Darmstädter und Nationalbank 1931 mit der Dresdner Bank zwangsfusioniert wurde, erwarb der preußische Staat 1935 den Restbestand der Sammlung Figdor. Die größten Teile der Sammlung gelangten sodann in das Kunstgewerbemuseum in Berlin, sechs Gemälde in die Nationalgalerie, darunter August von Pettenkofens Bildnis des Ignatz Imrédy (Inv.-Nr. A II 934), vier Gemälde Waldmüllers (Inv.-Nr. A III 834 und Inv.-Nr. A II 931–933; A II 932 Kriegsverlust) sowie dieses Bildnis, das ursprünglich ebenfalls Waldmüller zugeschrieben war. Neuesten Erkenntnissen zu Folge handelt es sich bei dem Dargestellten um den ungarischen Vizegespan Janos von Szallopek (Der Hinweis ist Marco A. Ricci, Vienna Center for the History of Collecting, zu danken.).Vor landschaftlicher Kulisse – aus erhöhter Perspektive blickt man über Baumwipfel auf eine nicht bestimmbare Seen- und Berglandschaft – ist das Halbfigurenbildnis von Szallopek mit hohem Vatermörder und schlichtem schwarzen Rock gegeben. Gütig lächelnd, blickt er aus dem Bild, die hohe Stirn durch gelocktes Haar gerahmt. | Regina Freyberger und Birgit Verwiebe

Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne auf dem Malgerüst in Rheinsberg

Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne auf dem Malgerüst in Rheinsberg

Mit der »Ansprache bei Leuthen« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 839) brach die Reihe der Friedrichsbilder ab und wurde durch kleine parodistische Geschichts-Genrebilder von hochartifizieller Abseitigkeit und malerischem Witz abgelöst, deren Reihe sich bis in die achtziger Jahre hinein erstreckt: verwirrende Selbstbespiegelungen einer Kunst, der der Stoff entgleitet. Anfang der sechziger Jahre bestellte der Berliner Chemiefabrikant Kahlbaum bei Menzel, in bemerkenswerter Mischung, vier Motive aus der Kronprinzenzeit Friedrichs II. und fünf Motive aus der Gegenwart, alles Gouachen. Die einzelnen Gegenstände waren zweifellos Menzels eigene Wahl. Während einer Kur in Rheinsberg 1860 hatte er das Schloß studieren können, das Kronprinz Friedrich für seine musische Hofhaltung hatte umbauen lassen. Dabei erhielt die Decke des Ballsaales ein Deckenbild von Antoine Pesne: »Apollo vertreibt die Finsternis« (1740) – eine Allegorie, die man in der Umgebung des Kronprinzen auf den baldigen Thronwechsel bezog.Mit großem Aufwand an bewegten Figuren, erzählerischen wie malerischen Pointen, Querblicken, Beleuchtungs- und perspektivischen Effekten schildert die kleine Komposition eine Episode während der Entstehung dieses Freskos. Wiewohl an sich belanglos, schlägt sie doch das im 19. Jahrhundert weitverbreitete Rahmenthema ›König und Künstler‹ an und berührt damit die Würde der Kunst. Man befindet sich, vom Boden abgelöst, ›bodenlos‹, in der Höhe des Malgerüstes und nimmt dennoch das Meiste aus der Untersicht wahr. Große, überlaufende Farbtöpfe stehen kipplig umher. Weil alle Künste zusammengehören, füllt der Hofmusiker Franz Benda den Raum verträumt mit seinem Bratschenspiel. Während ein Gehilfe die Palette reinigt, scherzt, eine Gerüststufe höher und fast schon mit dem Himmel des Freskos verschmelzend, Friedrichs Hofmaler Antoine Pesne mit seinem Modell. Neugierig hinaufblickend nähert sich Friedrich, dessen Erscheinen ein kräftiger Sonnenstrahl hervorhebt. Ihn begleitet der Baumeister des Schlosses, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff.Der Bildraum ist aufs reichste durch die Gerüstkonstruktionen perspektivisch verbaut, alle Figuren sind Abgründen nahe, am augenfälligsten der einsame Musiker, der einem Somnambulen gleicht. Die vornübergefallene Gliederpuppe scheint nicht nur auf den Sieg der Natur über akademische Künstlichkeit anzuspielen, sondern die Perspektive als solche zu parodieren. Die Mittelachse ist mit einer schweren pyramidalen Kombination aus Figur und Gegenständen besetzt. Darunter ist ein prächtig gedrechselter barocker Stuhl – unerwartet auf einem Malgerüst. Nur die wenigen Besucher von Menzels Atelier wußten damals: Es ist Menzels eigener Stuhl! Indem er ihn, was durchaus nicht naheliegt, dem Künstler des 18. Jahrhunderts zuordnet, identifiziert er sich mit ihm und wird selbst ›der Maler Friedrichs des Großen‹. Oder anders: Der Stuhl ist noch leer, es fehlt nur noch sein Besitzer, um das Bild eines Glücksmoments der Kunst zu vervollständigen. Dies zu legitimieren, mobilisiert Menzel allen Zauber und alle Subtilität seiner Malerei. | Claude Keisch

Die Schleichhändler

Die Schleichhändler

Mit diesem Bild, einer Erstlingsarbeit des Düsseldorfer Akademieschülers Emil Ebers, war in der Sammlung des Begründers der Nationalgalerie Wagener zum ersten Mal das für die Vormärz-Malerei so wichtige Thema der Räuber, Schmuggler und Wilddiebe vertreten. Bald erwarb Wagener weitere inhaltlich verwandte Gemälde von Théodore Gudin (Inv.-Nr. W.S. 63), Peter von Hess (Inv.-Nr. W.S. 86), Carl Wilhelm von Heideck (Inv.-Nr. W.S. 88), Theodor Hildebrandt (Inv.-Nr. W.S. 91), Eduard Magnus (Inv.-Nr. W.S. 145), Léopold Robert (Inv.-Nr. W.S. 191), Carl Friedrich Schulz (Inv.-Nr. W.S. 230), auch die Gefängnisszenen von Wilhelm Joseph Heine (Inv.-Nr. W.S. 77) und Theodor Leopold Weller (Inv.-Nr. W.S. 256). Die Gesetzesbrecher, Vertreter radikalen Freiheitsdranges und Außenseitertums, sollten eine mit Schauder und Mitleid gemischte Bewunderung erregen. In Ebers’ Gemälde, das zu den frühen Werken dieses Genres gehört, sind fünf bewaffnete Schmuggler dargestellt, die in frühen Morgenstunden versuchen, unbemerkt mit einem Boot voller Waren am Ufer einer bergigen Gegend anzulegen. Noch ist darin nichts von der Authentizität und Alltagsbeobachtung zu verspüren, die etwa den Arbeiten seines späteren Lehrers Rudolf Jordan großen Erfolg sicherten. Die bühnenhafte Gebärdensprache unterstreicht vielmehr den Anspruch dieser Kunst, aus der Sittenschilderung in eine dramatische Historienmalerei hinüberzuleiten. Doch der von strenger klassizistischer Linearität geprägten Komposition zum Trotz nötigt schon das kleine Format zur Bescheidung. Ein zweites Bild von Ebers traf im Oktober 1834 bei Wagener ein, wurde jedoch offenbar zurückgewiesen: Es handelte sich um »St. Goar am Rhein das Evangelium predigend« (heute Altonaer Museum, Hamburg; vgl. A. Raczynski, Geschichte der Neueren Deutschen Kunst, Berlin 1836, S. 33). | Claude Keisch