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Ornamentaler Kubismus Nr. 11

Ident. Nr.: NG 4/60

ObjID: obj:960330

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Serge Charchoune (1888 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1922
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ornamentaler Kubismus Nr. 11
Übersetzung: Ornamental Cubism no. 11
Originaltitel: Cubisme Ornemental n° 11
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
388698
Galerie Nierendorf,
unbekannt - 1960
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 40,7 x 27,5 cm
Erwerbung
1960 Ankauf von der Galerie Nierendorf, Berlin

Objektbeschreibung

„Ornamentaler Kubismus Nr. 11“ entstand in Berlin. Das Gemälde gehört zu einer Serie von über 40 Bildern. Die zu ihnen führende Entwicklung hatte bereits vor Charchounes einjährigem Berliner Aufenthalt 1922/1923 begonnen und fand nun weitere Ausarbeitung. Typisch für die Serie sind die reduzierte Farbpalette aus Grau, Weiß und Beige, der grobe Farbauftrag sowie der symmetrische Bildaufbau, den der Künstler schon seit fast zehn Jahren nutzte. Erst durch die Symmetrie werden die abstrakten geometrischen Formen in seinem Gemälde als Stillleben aus Tisch, Vase und Lampe erkennbar. Selbst die Signatur des Künstlers ist symmetrisch angelegt, mit dem kyrillischen „СШ.“ Unten links als Pendant zum „SCH“ unten rechts (С entspricht dem lateinischen S; Ш wird auf Französisch als Ch transkribiert, auf Deutsch als Š oder Sch). Mit seiner Serie bezog sich Charchoune auf Vorbilder des analytischen Kubismus von Pablo Picasso und Georges Braque. Das Bild widersetzt sich der konventionellen Perspektive, denn Räumlichkeit entsteht durch Überschneidungen von Tischbein und -platte, Vase, Lichtkugel und Lampe. Der Künstler hatte sich nach seiner Auswanderung aus Russland 1912 zunächst in Paris niedergelassen. Während des Ersten Weltkriegs zog er nach Barcelona und anschließend zurück nach Paris. Zu dieser Zeit setzte er sich mit dem Kubismus und auch mit Dada auseinander, eine Beschäftigung, die während seines Intermezzos in Berlin anhielt. Hier zeigte er seine Werke neben anderen avantgardistischen Arbeiten bei der „Ersten Russischen Kunstausstellung“ in der Galerie Van Diemen, in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm sowie mit der Novembergruppe. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz