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Flusslandschaft. Ufer der Vienne

Ident. Nr.: A III 636

ObjID: obj:960352

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Elie Lascaux (1888 - 1968),
Künstler*in
Datierung
um 1920-1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Flusslandschaft. Ufer der Vienne
Übersetzung: Landscape with River: The Bank of the Vienne
Provenienz
Annie Caspari, München,
25.3.1932
Übereignung: Bankhaus Hardy & Co., München,
368089
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale München,
15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
15.8.1935
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 59,5 x 72,5 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Annie Caspari, München

Objektbeschreibung

Lascaux verkaufte Grammofone, Hüte und Glockenspiele, war Porzellanmaler, Tellerwäscher, Sänger unter dem Künstlernamen Élios und zeichnete in einem Architekturbüro, bevor er nach dem Ersten Weltkrieg beschloss, als Maler tätig zu werden. Er bewegte sich in den Kreisen der führenden Avantgarde-Künstler seiner Zeit, wie Suzanne Valadon, Maurice Utrillo und Pablo Picasso, der seine Werke sammelte, war aber im Gegensatz zu ihnen Autodidakt. Die intensiven Farben der „Flusslandschaft“ sind typisch für seine Bilder, die teilweise an die naive Malerei erinnern. Im Vordergrund reflektiert das Wasser die dunklen Grün- und Brauntöne des Ufers; hinter der Biegung überwiegt die Reflexion des hellen Himmels. Für diesen, den Fluss und die Gräser am Ufer benutzte Lascaux dicht gedrängte, lange Pinselstriche, die leicht abstrahierend wirken. Möglicherweise hatte der Ort eine Bedeutung für den Künstler über die beobachtende Wiedergabe hinaus, denn die Vienne, ein Nebenfluss der Loire, durchquert auch seinen Geburtsort Limoges. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz