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Nationalkomitee Freies Deutschland

Ident. Nr.: A IV 247

ObjID: obj:960359

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Werner Tübke (1929 - 2004),
Künstler*in
Datierung
1970
Weitere Titel
Sammlungstitel: Nationalkomitee Freies Deutschland
Übersetzung: National Committee for a Free Germany
Abmessungen
Höhe x Breite: 63 x 79,5 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

Im Auftrag des Armeemuseums der DDR erarbeitete Tübke neben zahlreichen Zeichnungen (vgl. Kupferstichkabinett, Berlin, SZ Tübke 4) und Studien insgesamt sieben Ölbilder zum Thema. Das Gemälde der Nationalgalerie bildet den Abschluss der Serie. Das Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) wurde 1943 unter der Ägide des Zentralkomitees der KPD und des sowjetischen Geheimdienstes GRU (Hauptverwaltung für Aufklärung) von kriegsgefangenen Soldaten und Offizieren sowie kommunistischen Emigranten gegründet. Tübke zeigt das Gründungstreffen im Juli 1943 im Lager Krasnogorsk bei Moskau. Vor den Toren der brennenden Stadt häufen sich Flugzeugwracks zu apokalyptischen Trümmergebirgen. Links die Menge der Kriegsgefangenen und Emigranten, rechts hält Erich Weinert als NKFD-Präsident eine Rede mit der zum kommunistischen Gruß erhobenen linken Faust. Hinter ihm sind die Anführer der Emigrierten Anton Ackermann, Willhelm Florin, Wilhelm Pieck (im braunen) und Walter Ulbricht (im weißen Mantel) versammelt. In zweiter Reihe könnten Rudolf Herrnstadt und Alfred Kurella, die Verfasser des programmatischen Manifestes des NKFD, abgebildet sein. Als Rückenfiguren dargestellt sind eventuell der Sekretär der Komintern Dmitri Manuilski und Alexander Schtscherbakow von der politischen Hauptverwaltung der Roten Armee, die von russischer Seite an der Vorbereitung des Nationalkomitees beteiligt waren. In den Augen Stalins war das NKFD – nach Einschätzung Ackermanns – eher eine deutsche Schattenregierung, wohingegen Kurella sein Manifest als erstes Staatsdokument des Neuen Deutschland sah. Das NKFD wurde unmittelbar nach Kriegsende aufgelöst. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz