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Zwei Figuren mit Blau und Rosa. Mauerbild Verso: Abstraction (1913)

Ident. Nr.: B 51

ObjID: obj:960363

1951 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willi Baumeister (1889 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zwei Figuren mit Blau und Rosa. Mauerbild Verso: Abstraction (1913)
Übersetzung: Two Figures with Blue and Pink: Wall Painting Verso: Abstraction (1913)
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
388878
Kauf: Galerie der Sturm, Berlin, von dort verkauft an unbekannt,
1922
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1950–1968
Abmessungen
Höhe x Breite: 60,3 x 39,5 cm
Erwerbung
1951 Schenkung eines unbekannten Spenders für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Das Werk „Zwei Figuren mit Blau und Rosa. Mauerbild“ war 1922 in der Berliner Galerie Der Sturm ausgestellt. Deren Betreiber, Herwarth Walden, stand in engem Kontakt zu Baumeister und zeigte seine Arbeiten regelmäßig, zuerst 1913 auf dem „Ersten Deutschen Herbstsalon“, womit dem Publikum ein umfassender Überblick der aktuellen Kunstströmungen gegeben werden sollte. Es ist wahrscheinlich, dass das Bild nach der Ausstellung 1922 in der Sturm-Galerie verblieb und direkt von dort verkauft wurde. Nicht geklärt werden kann, wer das Werk zu jenem Zeitpunkt erwarb. Zwar hatte Baumeister bereits in den 1920er-Jahren treue Sammler und Förderer seiner Kunst, zu denen etwa Theodor und Margrit Durrieu, Hermann Lange oder Alfred Flechtheim gehörten. Das besagte Werk ließ sich jedoch nicht in deren Besitz nachweisen. Dem Eintrag im Inventarverzeichnis für Kunstwerke Berlins in der Nationalgalerie zufolge gelangte das Bild 1950 als Stiftung eines unbekannten Spenders in die „Galerie des 20. Jahrhunderts“. Baumeister arbeitete in der Regel in Serien an bestimmten formalen und thematischen Werkgruppen, weshalb sich seine Arbeiten in den Darstellungen sowie Titeln oftmals stark ähneln. Von dem in der Nationalgalerie befindlichen Werk existiert eine weitere, in Format und Farbgebung identische Fassung aus dem Jahr 1920, die sich heute in einer Privatsammlung in Bremen befindet. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz