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Viehmarkt in Zeven

Ident. Nr.: NG 16/64

ObjID: obj:960372

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Türcke (1877 - 1957),
Künstler*in
Datierung
1903
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Elfriede Türcke, Berlin (Witwe des Künstlers),
6.1.1957–8.7.1964
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 44,5 x 56 cm
Erwerbung
1964 Geschenk der Witwe des Künstlers, Elfriede Türcke, Berlin

Objektbeschreibung

1903 entstand diese Studie des Viehmarkts der niedersächsischen Stadt Zeven, damals noch Teil der preußischen Provinz Hannover. Buchstäblich als Zaungast blickt man auf das Treiben der Menge auf dem Marktplatz, die buntgescheckten Kuhleiber, die Stände mit ihren weißen Planen und die umstehenden Gebäude – eine Momentaufnahme aus Farbflecken und raschen Pinselstrichen, die noch deutlich vom Impressionismus herrührt. Türcke, der seit den 1880er und 1890er Jahren in Berlin lebte, fand seine Motive auf ausgedehnten Studienreisen in die Mark, nach Ostpreußen, auf die Halligen, an die Rhön, nach Schlesien, in den Bayerischen Wald, nach Oberbayern und Holland. In den später ausgeführten Bildern weicht das Spontane dieser Skizzen jedoch zumeist einer Tendenz zum Flächigen und Dekorativen. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz