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Früchtestillleben

Ident. Nr.: NG 68/81 (02)

ObjID: obj:960399

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Hofer (1878 - 1955),
Künstler*in
Datierung
um 1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Früchtestillleben
Übersetzung: Still Life with Fruit
Provenienz
Renée Sintenis, Berlin,
1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 23,5 x 34,5 cm
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Dem Früchtestillleben widmete sich Hofer seit 1920 vermehrt. Während der Künstler das Obst jedoch meist in einer Schale, auf einem ausgebreiteten Stofftuch oder einem drapierten Papier zur Geltung brachte, arrangierte er die Äpfel und Birnen in dem um 1935 entstandenen Gemälde aus der Sammlung der Nationalgalerie lose auf einem Tisch. Die erste Besitzerin dieses Früchtestilllebens war die Künstlerin Renée Sintenis, mit der Hofer in denselben Berliner Künstlerkreisen verkehrte. Beider Werke gehörten von 1919/1920 bis 1933 zum festen Galerieprogramm von Alfred Flechtheim. Sintenis’ Ehemann, der Maler Emil Rudolf Weiß, war ein alter Studienfreund Hofers, der wie er einige Jahre von dem Kunstsammler Theodor Reinhart (vgl. „Stehender Jüngling“, B 1132) finanziell unterstützt wurde. Nach dem Tod der Bildhauerin 1965 erbte deren Vertraute Maria Magdalena Goldmann das Werk. Aus deren Vermächtnis gelangte es 1981 in die Sammlung der Nationalgalerie (West), zusammen mit Hofers Gemälde „Religiöse Figur im Boot“ (NG 68/81 [01]). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz