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Figur mit Streifen

Ident. Nr.: A IV 97a

ObjID: obj:960426

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willi Baumeister (1889 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1920
Weitere Titel
Sammlungstitel: Figur mit Streifen
Übersetzung: Figure with Stripes
Provenienz
Dr. Fritz Salo Glaser, Dresden,
1956
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Dr. Fritz Glaser, Aga Glaser, Dresden,
1956–1966
Abmessungen
Höhe x Breite: 72,5 x 52,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf aus Privatbesitz, Dresden

Objektbeschreibung

Die „Mauerbilder“ Baumeisters korrespondieren mit der Idee einer Synthese der Künste, die das Bauhaus vertrat. Der Maler bekannte sich zu dieser geistigen Verwandtschaft, indem er sein Werk „Figur mit Streifen“ dem Bauhausgründer Walter Gropius widmete und auf der Rückseite mit dessen Maxime „Kunst ist Handwerk“ versah. Baumeisters Weg in die Abstraktion erfolgte maßgeblich durch eine Orientierung am internationalen Konstruktivismus und anschließend über die neue Architektur. Bei der 1922 in Stuttgart ausgerichteten Werkbund-Ausstellung waren drei „Mauerbilder“ direkt in die von Richard Döcker konzipierte Ausstellungsarchitektur eingelassen, wodurch die von Baumeister intendierte Verbindung von Kunst und Architektur explizit zum Ausdruck kam. Auch in der Werkbund-Ausstellung „Die Form“, die 1924 im Alten Bahnhof in Stuttgart stattfand, war ein „Mauerbild“ zu sehen. Außerdem konzipierte Baumeister die Ausstellungsbeschriftung, die Raumgestaltung und die Typografie der Drucksachen. Den Bauhausmeister Oskar Schlemmer, der von 1921 bis 1929 in Weimar und Dessau lehrte, hatte Baumeister bereits 1907 an der Stuttgarter Akademie kennengelernt, woraus eine enge Freundschaft entstanden war. Baumeisters „Mauerbilder“ sind zeitgleich geschaffenen Werken Schlemmers sehr nah, in denen dieser die menschliche Figur in geometrische Formen zerlegt und in ihrer Stellung im Raum untersucht hat. Auch Schlemmer arbeitete parallel zu Baumeister an einem Übergang von der flächigen Malerei zur plastischen Modellierung im vielfarbigen Relief (vgl. dessen „Relief JG I“, B II 22). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz