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Angriff der Brandenburgischen Husaren in der Schlacht bei Möckern am 16. Oktober 1813

Ident. Nr.: A I 532

ObjID: obj:960435

Details (Expert)

Beteiligte
Werner Wilhelm Gustav Schuch (1843 - 1918),
Maler*in
Datierung
1895
Systematik/Art
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 276 x 403 cm
Erwerbung
1895 Ankauf beim Künstler auf Bestellung

Objektbeschreibung

Als Kaiser Wilhelm I. im Juni 1887 eine Skizze des Malers Werner Schuch zum erfolgreichen Sturm der Brandenburgischen Husaren auf die französischen Truppen in der Schlacht bei Möckern im Oktober 1813 sah, ließ er diese Komposition zu den Befreiungskriegen in großer Ausführung für die Nationalgalerie beim Künstler in Auftrag geben. Er bestand allerdings darauf, daß neben dem Feldmarschall Graf Yorck von Wartenberg auch Prinz Friedrich von Preußen dargestellt sei, der im Gefolge desselben an der Schlacht beteiligt gewesen war, und erbat sich eine porträtgenaue Darstellung aller Beteiligten (vgl. SMB-ZA, I/NG 1943, Journal-Nr. 1887/800). Im Oktober 1887 ging der Auftrag für das Bild – damals noch »Angriff der Brandenburgischen Husaren im Kampfe bei Möckern unter den Augen des Feldmarschalls Grafen Yorck von Wartenberg« genannt – über den damaligen Direktor der Nationalgalerie Max Jordan an Werner Schuch (ebd.). Der Künstler veranschlagte für die Ausführung in vier auf drei Meter inklusive Rahmen ein Honorar in Höhe von 30.000 Mark (vgl. ebd., Journal-Nr. 1887/1095). Vermutlich auch durch den Tod Wilhelms I. im März 1888 war die erste Rate des Honorars nicht vor Oktober 1889 aufzubringen. Erst knapp sechs Jahre später, im März 1895, war das Bild vollendet (vgl. ebd., Journal-Nr. 1895/250) und nach einer Präsentation auf der Großen Berliner Kunstausstellung bis 1902 in der Nationalgalerie zu sehen. 1908 befand es sich im Berliner Palais des Kaisers (vgl. ebd., Journal-Nr. 1908/904).
Vor dramatisch in den Himmel stiebenden Rauchwolken und den brennenden Häusern des Dorfes Möckern zeigt das monumentale Schlachtengemälde das Getümmel der auf die französischen Truppen zustürmenden Husaren. Im Vordergrund reiten in die Schlacht (von links nach rechts): Prinz Friedrich von Preußen (1794–1863), Capitain im ersten Garderegiment, Major von Schack (1763–1815), Generalstab, auf einem Schimmel Premier-Lieutnant von Röder (1797–1857), Graf Yorck von Wartenberg (1759–1830) sowie Graf Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1792–1850), Major beim Regiment Garde du Corps. Ganz links mit gezücktem Degen prescht Major von Sohr (1775–1845) heran, der den Angriff der Husaren leitete. Werner Schuch selbst erklärte in einem Schreiben an die Nationalgalerie 1896 die Darstellung ausführlich und gab gleichsam dramatisch erzählend einen Überblick über den Schlachtenverlauf: »Der Kampf des Tages hatte sich vorwiegend um den Besitz des Dorfes Möckern gedreht als Stützpunkt des feindlichen linken Flügels. Mehrfach von den Preußen erstürmt, mußte es immer und immer wieder aufgegeben werden, da die das Feld beherrschende auf den Höhen bei Möckern postierte Artillerie des Marschalls Mormont Tod und Verderben auf die angreifenden Bataillone spie. Konnten letztere nicht zum Schweigen gebracht werden, so war die Schlacht verloren. Der Höchstkommandierende, York [sic!] von Wartenberg, hatte, als der Tag sich zu neigen begann und alle Angriffe der preußischen Infanterie auf die Höhen gescheitert waren, seine letzte Hoffnung auf die Kavallerie gesetzt und befahl dem Major von Sohr, welcher an diesem Tage zwei Schwadronen der Brandenburgischen Husaren und ein Jägereskadron befehligte, zu attackieren; Sohr bat, den günstigen Moment für den Angriff abwarten zu dürfen und die noch weiter zurückstehende Reserve Kavallerie heranziehen zu lassen. Ein Augenzeuge schreibt: ›Nach zehn Minuten endlich schien Sohr der richtige Moment gekommen, im Sattel sich hebend, rief er dem Stabstrompeter ein lautes Trab zu. In musterhafter Ordnung ging das Regiment in Linie vor. Durch den Pulverdampf hindurch tauchten zwei dunkle Massen auf, es war der Feind, der mit zwei Karrees hervorbrach. Näher gekommen, gewahrte man den gelben Besatz der Inhaber, es waren Marinetruppen. Da warf Sohr den Säbel weit vor und gab mit laut schallendem ›Marsch, Marsch‹ das Signal zum Einhauen. Wie ein brausendes Ungewitter stürzten sich die Schwadronen auf den Feind. Zwei bis drei Salven knatterten fast ohne Wirkung über die Köpfe. Man war am Feinde, ehe man selbst es dachte. Ein erbitterter Kampf mit der blanken Waffe entspann sich. Die Pferde traten die feindlichen Infanteristen nieder und Hunderte von ihnen sanken unter den erbitterten Hieben der Husarensäbel, der flüchtige Rest maskierte das Feuer der eigenen Batterien, (bei welchen durch die Explosion eines Pulverwagens zugleich große Verwirrung eingetreten war). In heller Siegesfreude folgten die Husaren, bis zu den Kanonen, deren gleich im Anfang sechs genommen wurden.‹ – Dargestellt ist dieser letztere Moment, wo nach Niederwerfung der feindlichen Infanterie die Husaren den feindlichen Geschützen entgegenjagen und der linke Flügel derselben ihrem General zujubelt, der sie bei der Attacke begleitet hatte« (ebd., Journal-Nr. 1896/o. A.). | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Engländer in der Campagna

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Die Arbeiten von Spitzweg, der stets die Kehrseite der romantischen Motivik beleuchtete, zeigen statt einsamer Wanderer (vgl. etwa Carl Gustav Carus, »Pilger im Felsental«, Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 416) kurzsichtig-neugierige Mineraliensammler, banale Familienausflüge oder den lauten, störenden Einbruch einer Schar von Ausflüglern in eine Landschaft. Dem modernen Tourismus begegnete Spitzweg schon auf seiner ersten Reise nach Italien 1832, ein Jahr vor dem Entschluß, den Apothekerberuf zugunsten der Malerei aufzugeben. Der Andrang banausischer Bourgeois schien damals Italien zu verderben. »Erträglich ist die Welt, wo der Engländer nicht hinkommt mit seinem Geld«, schrieb 1840 der Philosoph Friedrich Theodor Vischer (Brief vom 25.1.1840, in: Deutsche Briefe aus Italien, Leipzig 1965, S. 316). In Joseph Anton Kochs Pamphlet »Moderne Kunstchronik« (1834) heißt es, das moderne Rom sei »der Tummelplatz eingebildeter ästhetischer Dummköpfe, welche einer eingebildeten Faulheit pflegen und sich dabei hoch dünken, weil sie alles das als klassisch achten, was in ihrem gefrornen nordischen Gehirn noch nicht zur einheimischen Mode geworden« (zit. nach der Neuausgabe, Leipzig 1984, S. 81). Nach Kochs Beschreibung fallen die englischen Kunstreisenden mit besonders wahllosem Eifer und törichter Arglosigkeit betrügerischen Künstlern oder Wegelagerern in die Hände. Ein Abgrund trennt sie von den kultivierten englischen Kavalieren, die sich im 18. Jahrhundert auf der ›Grand Tour‹ porträtieren ließen. Auch Spitzwegs Touristen haben zur Romantik der römischen Ruinenlandschaft keine Beziehung; mit ihren Brillen, Reisehandbüchern und vielerlei praktischen Requisiten haben sie Zeichen ihres sehnsuchtslosen Fremdseins mitgebracht. Spitzweg schildert sie scharf pointierend, skizzenhaft flott und distanziert, nicht ohne Seitenblick auf die damals verbreiteten englischen und französischen Karikaturen. | Claude Keisch

Das Atelier der Gebrüder Gropius

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Nach seiner Lehrzeit an der Königlichen Porzellanmanufaktur war Gaertner ab 1821 für vier Jahre im Atelier des Dekorationsmalers und Theaterinspektors Carl Wilhelm Gropius tätig. Für den Bruder George Gropius, Verleger und Kunsthändler, schuf er mehrere Illustrationen zu Samuel Heinrich Spikers Architekturführer »Berlin in seinen Umgebungen im 19. Jahrhundert«, darunter eine Ansicht des Ateliers der Gebrüder Gropius. Vermutlich entstand in diesem Zusammenhang das kleinformatige Ölbild. Das Atelier war 1830 in der kurzen Bauzeit von nur 28 Tagen errichtet worden, als die Gropius-Brüder beauftragt wurden, dreißig großformatige Dekorationen für das neue Kaiserliche Theater in Sankt Petersburg zu malen. Dargestellt ist die nördliche Schmalseite des spitzgiebeligen Bauwerkes mit der Inschrift »Attelier der Gebrüder Gropius« über dem halbrunden Fenster sowie mit einer auf halb elf stehenden Uhr. Schräg gegenüber, an der Kreuzung Universitäts- und Georgenstraße, sieht man das Gebäude des 1827 von den Gebrüdern Gropius errichteten Dioramas, in dem illuminierte transparente Bilder von Landschaften, Städten und Ereignissen präsentiert wurden. Rechts im Hintergrund ist die Königliche Sternwarte mit dem ersten, Ende des Jahres 1832 errichteten Telegraphen Berlins zu erkennen. Das Gemälde kann deshalb wohl erst danach entstanden sein. Gaertner hat gänzlich auf Staffage verzichtet. Dies ist ungewöhnlich für den Künstler, zeigt doch auch sein Stahlstich für Spikers Buch zahlreiche Spaziergänger und Reiter. Belebend wirken hingegen die sich auf Fassaden- und Straßenflächen subtil entfaltenden Licht- und Schatteneffekte der Vormittagssonne. Das Bild ist weder datiert noch signiert worden und verblieb, vermutlich weil unvollendet, im Besitz des Künstlers. | Birgit Verwiebe

Klosterruine Oybin

Klosterruine Oybin

Das Kloster Oybin, südlich von Zittau in Sachsen über der Burg Oybin gelegen, war im 14. Jahrhundert von Kaiser Karl IV. gestiftet worden. Mitte des 16. Jahrhunderts gab man das Kloster auf, danach wurde es durch einen Blitzschlag zerstört und diente als Steinbruch. Dieses Gemälde der Klosterruine gehört zu den frühesten Tafelbildern Blechens. Die Komposition ist von monochromer, fast düsterer Farbgebung bestimmt. Über das gotische Bauwerk ziehen dunkle Regenwolken. Bäume umstehen das Gemäuer, das bereits von Buschwerk bewachsen ist. Den Klosterbezirk umschließt eine zerfallene Mauer, an deren Tor eine Familie auf regennassem Weg vor einem Unwetter Zuflucht sucht. Das sich an die Ruine schmiegende Haus, aus dessen Schornstein Rauch aufsteigt, wirkt hinfällig und verheißt zugleich Geborgenheit. Vor allem während der Romantik ist das Motiv der Ruine mit Vorstellungen von Vergänglichkeit und Jenseits verknüpft worden. Caspar David Friedrich, der bereits um 1812 die Ruine Oybin malte, könnte Blechen zu diesem Bild inspiriert haben.Das Thema mittelalterlicher Ruinen in wuchernder Natur hat Blechen mehrfach aufgegriffen. 1826 entstand eines seiner Hauptwerke, die »Gotische Kirchenruine« (Gemäldegalerie Neue Meister, Dresden), in der unter brüchigen Gewölben ein Pilger vertrauensvoll schläft. Ein Aquarell aus der gleichen Zeit, »Überschwemmte Kirchenruine« (Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloß Branitz, Cottbus), trägt auf einer Inschrifttafel Verse des Malers: »Es losch geweihter Kerze Schein. Es decket Moos des Altars Stein. Zertrümmert liegt der heilige Schrein, Die Glocke tönt nicht mehr.« Auch in seinen letzten Schaffensjahren stellte Blechen das Motiv gotischer Ruinen im Walde wiederholt dar (vgl. P. O. Rave, Karl Blechen, Berlin 1940, Kat.-Nr. 1862-1900). | Birgit Verwiebe