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Porträt des Malers Hans Christoph

Ident. Nr.: A IV 45a

ObjID: obj:960567

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Pol Cassel (1892 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt des Malers Hans Christoph
Übersetzung: Portrait of the Painter Hans Christoph
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Frau Cassel,
385193
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 92,5 x 75,5 cm
Erwerbung
1964 Ankauf von Frau Cassel über die Kunstausstellung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

Hans Christoph (1901–1992) war zur Zeit der Entstehung des Porträts von Otto Dix beeinflusst, dem Freund und Weggefährten Cassels. Eine weitere Verbindung zwischen Maler und Modell war die Vorliebe für Emil Nolde, der ihrer beider Werke seit Beginn der 1920er-Jahre geprägt hatte. Dieser Einfluss tritt im vorliegenden Bild zurück, allenfalls der pastose Farbauftrag und der energische Duktus lassen noch eine gewisse Nähe zu Nolde erkennen. Die Beschränkung auf wenige, kontrastarme Töne ist ein wiederkehrendes Moment in den Gemälden und Aquarellen Cassels. Trotz der reduzierten Farbigkeit wirkt das Bild dank versiert gehandhabter Pinselführung differenziert und lebendig. Christoph wird hier nicht explizit als Künstler ausgewiesen; die Pinsel in seiner rechten Hand gehen farblich im Hintergrund auf und sind zudem vom Bildrand überschnitten. Prominenter ist ihm die die Stuhllehne erklimmende Katze des Tierliebhabers Cassel beigegeben. Nachdem Cassel 1933 der NSDAP beigetreten war, endete die Freundschaft zwischen ihm und Christoph sowie vielen anderen Künstlern aus dem Dresdner Umfeld. Neben dem Verlust eines Großteils seines Œuvre unter anderem durch die Aktion „Entartete Kunst“ mag auch Cassels Parteizugehörigkeit ein wesentlicher Grund dafür sein, dass die Rezeption seiner Kunst bis heute verhalten blieb. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz