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Ziegenböckchen

Ident. Nr.: B I 435

ObjID: obj:960690

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1915
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ziegenböckchen
Übersetzung: Small Billy-Goat
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
389382
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15,3 x 8,8 x 4,2 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1921 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Schlafende und kniende Rehe, springende Gazellen, sich aufbäumende Pferde ebenso wie übermütige Fohlen, spielende Hunde oder Bären gehörten ab 1915 zum Kernbestand des bildhauerischen Œuvres von Sintenis. In den kleinformatigen Plastiken gelang es der Künstlerin, das Charakteristische eines jeden von ihnen einzufangen: in momenthaften Darstellungen, in denen sie Reflexe und ureigene Instinkte, freudige Begrüßung, ängstliche Augen, erschrecktes Aufbäumen, gebannte Aufmerksamkeit, Beschnuppern oder entspanntes Ausruhen auszudrücken wusste. Diesen genauen Blick hob Sintenis’ enger Vertrauter, der Schriftsteller Hans Siemsen, hervor: „Ihre Kunst verdankt sich ihren großen, schnellen, blitzhaft schnellen und präzisen Augen, die liebevoll und grausam richtig sehen, wie die Linse eines photographischen Apparats, und ihrem leidenschaftlichen Herzen, das nicht Recht oder Unrecht kennt, aber Liebe und Haß, oder sagen wir vielleicht lieber: Liebe und Verachtung. Ihre Tierplastiken sind äußerlich, aber nur äußerlich klein. Sie sind niemals ‚niedlich‘, sondern in der Auffassung […] des Tiers heidnisch groß und großartig“ (Hans Siemsen, Neue Plastiken. Renée Sintenis, in: Vogue, 11.4.1928, S. 42). Mit diesen kleinen, großartigen Werken feierte die Bildhauerin schon früh erste Erfolge. Bereits 1921 erwarb die Nationalgalerie gleich neun ihrer Kleinplastiken: neben dem knienden ein stehendes junges Reh (B I 433 und B I 432), zwei Fohlen (B I 430 und B I 431), drei Ziegen (B I 435, B I 436 und B I 438), einen „Schlafenden Steinbock“ (B I 434) sowie „Liegende Gazellen“ (B I 437). Offenbar war es der Ankaufskommission zu schwer gefallen, hier eine Auswahl zu treffen, woraufhin man fast alle zur Ansicht eingereichten Bronzen erwarb (Ludwig Justi an Renée Sintenis, 22.12.1920, SMB-ZA, NG 467, Bl. 583). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp