Innenraum-Entwurf
Ident. Nr.: NG 4/71 (e)
ObjID: obj:960713
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Datierung
- 1962-1965
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Innenraum-EntwurfÜbersetzung: Interior sketch
- Material / Technik
- Tusche auf Papier, Collage
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 75,5 x 101,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960713
Objektbeschreibung
Mies van der Rohe ließ sich während der Weimarer Republik von avantgardistischen Kunstformen inspirieren. Er verwendete Collagen, ein beliebtes Verfahren des Dadaismus, als Medium für seine Entwürfe und eröffnete damit ein gänzlich neues Spektrum für die Architekturdarstellung. Die hier eingefügte Abbildung der Skulptur „Mädchentorso, sich umwendend“ von Wilhelm Lehmbruck (1913/1914, F.V. 77) aus der Nationalgalerie-Sammlung spielte in Mies’ Architekturauffassung eine zentrale Rolle. Sie stand auch in der Villa Tugendhat in Brünn, die er 1929/1930 erbaute. Mies setzte die (bei ihm stets weibliche) menschliche Figur als Kontrapunkt zu seiner geometrischen Architektur. So ist Auguste Renoirs Plastik einer knienden Wäscherin („La Grande Laveuse accroupie/L’Eau“, 1917, NG 10/68) vor der Glasfront zum Garten platziert, in der Sichtachse zum Wasserbecken. Pablo Picassos Wandbild „Guernica“ (1937; Museo Reina Sofia, Madrid) dagegen kommt einer politischen Positionierung gleich. Dieses berühmte Antikriegs-Bild war zwischen 1939 und 1981 im Museum of Modern Art in New York zu sehen und in den USA, wo Mies seit 1938 lebte, durch eine Wanderausstellung sehr bekannt geworden. An der Holzwand auf der rechten Bildseite sind Details von Georges Braques’ „Mann mit Gitarre“ (1911/1912; Museum of Modern Art, New York) zu sehen. In dieser Werkauswahl spiegeln sich Mies’ Kunstvorlieben, der in den USA mehrere Werke seiner Freunde Paul Klee und Kurt Schwitters sowie von Georges Braque, Pablo Picasso und Edvard Munch erworben hatte. Den Collagen zufolge hatte Mies in den Räumen im Untergeschoss einen Terrazzoboden vorgesehen, der durch eingelegte Aluminiumleisten in Quadrate gegliedert sein und so das Raster der Granitplatten im Garten und Foyer fortsetzen sollte. Die Decken waren dagegen als fugenlose Flachdecken konzipiert. In der Ausführung wurde der Vorschlag aus Kostengründen indessen durch ein modulares Deckensystem und einen einheitlichen Spannteppich formal umgekehrt realisiert. | Uta Caspary
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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nng@smb.spk-berlin.de