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Bildniskopf Wilhelm Waetzoldt

Ident. Nr.: NG 1/66

ObjID: obj:960803

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Weidanz (1889 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1945
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29 x 23 x 25 cm
Erwerbung
1966 Schenkung H. J. Wilms, Hamburg

Objektbeschreibung

In seiner Heimatstadt Hamburg ließ sich Weidanz zum Medailleur und Metallbildhauer ausbilden. Danach besuchte er die Fachklasse von Joseph Wackerle an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Im Anschluss leitete er die Bildhauerwerkstatt der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein in Halle, eine Position, die er 43 Jahre lang innehatte. In dieser Zeit prägte er mit seinen Arbeiten die hallesche Bildhauerschule grundlegend. Weidanz, der für seine Keramikarbeiten bekannt war, fertigte den Bildniskopf des Kunsthistorikers Wilhelm Waetzoldt (1880–1945) aus Bronze. Sein Porträt ist durch eine markante Nase, ein Muttermal auf der rechten Wange, die betonte Verlängerung des Tränennasengangs sowie eine faltige Stirn bestimmt. Waetzoldt war von 1927 bis 1933 Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin gewesen und wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unter anderem mit dem Vorwurf, moderne Kunst zu fördern sowie Juden angestellt zu haben, seines Amtes enthoben; anschließend war er an der Universität in Halle tätig. Weidanz, der seit 1933 Mitglied der NSDAP war, schuf die Büste zum Gedenken an Waetzoldt, nachdem dieser im Januar 1945 gestorben war. Nach Kriegsende widmete sich der Bildhauer mit seinen Plastiken dem Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur. | Stefanie Meisgeier

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz