Das Mondweib
Ident. Nr.: A IV 448
ObjID: obj:960826
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1919
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Das MondweibÜbersetzung: Moon Woman
- Provenienz
- Sammlung Dr. Fritz Glaser, Dresden,
um 1920 - um 1956Sammlung Bennewitz, Altenburg,
381361Staatlicher Kunsthandel, Leipzig,
381362Dr. med. Gerhard Richter, Bernburg/Saale,
1962Leihe: Nationalgalerie (Ost), Berlin,
1978–1982Herta Richter, Bernburg/Saale,
1982 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 120,5 x 100,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960826
Objektbeschreibung
Das Gemälde „Das Mondweib“ gehört zu den sogenannten kosmischen Bildern von Dix, entstanden in einer kurzen Werkphase, die von der Dada-Periode abgelöst wurde. Nach seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg war der Maler nach Dresden zurückgekehrt. Dort schloss er sich der Anfang 1919 gegründeten Dresdner Sezession Gruppe 1919 an. Durch die Ausstellungen der Künstlervereinigung wurde ihm zum ersten Mal öffentliche Wahrnehmung zuteil. Das Bild „Das Mondweib“ zeigte er bei der zweiten Präsentation in der Galerie Richter im Sommer des Gründungsjahres – und erhielt vernichtende Kritiken. Allerdings gab es vereinzelte Stimmen, die Dix’ Werk als Überwindung eines überholt angesehenen Expressionismus würdigten. Formal knüpfte der Maler in den „kosmischen Bildern“ mit Anleihen bei Futurismus, Kubismus und Expressionismus an seine Arbeiten vor dem Krieg an. Für „Das Mondweib“ lassen sich zwei weitere Bezugspunkte erkennen. So erinnert die schwebende Figur des aus Kreissegmenten zusammengesetzten „Mondweibs“ an Bilder Marc Chagalls, während die zeichenhafte Darstellung der nächtlichen Stadt von Paul Klee beeinflusst ist. Inhaltlich kann das Werk als ein von den Schriften Friedrich Nietzsches geprägtes Sinnbild über den Kreislauf von Tag und Nacht, Werden und Vergehen verstanden werden: Im Gesicht des „Mondweibs“ vereinen sich weibliche und männliche Züge, Symbole christlicher Ikonografie überlagern sich mit Anspielungen auf Sexualität, Strahlen erstrecken sich über das Gemälde hinaus auf den vom Künstler gestalteten Rahmen. | Sven Beckstette
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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