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Huldigung vor Kaiser Wilhelm I. Entwurf für ein Wandbild im Kaiserhaus zu Goslar

Ident. Nr.: A I 274

ObjID: obj:960834

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Bleibtreu (1828 - 1892),
Maler*in
Datierung
1877
Systematik/Art
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 76,5 x 66,5 cm
Erwerbung
1878 als Konkurrenzentwurf zur Ausmalung der Kaiserpfalz in Goslar vom preußischen Staat an die Nationalgalerie überwiesen

Objektbeschreibung

Am 11. Dezember 1876 schrieb das Kultusministerium des jungen deutschen Kaiserreichs einen Wettbewerb zur Ausmalung des Kaisersaals der Goslarer Kaiserpfalz aus, die seit 1868 in nationalem Überschwang wieder aufgebaut und restauriert wurde. »Für das Mittelfeld über dem Thron«, so forderte die Ausschreibung, »ist eine Darstellung der Proclamation des deutschen Kaiserreichs 1871 in Aussicht genommen« (M. Arndt, Die Goslarer Kaiserpfalz als Nationaldenkmal, Hildesheim 1976, S. 108). Die restlichen Wandflächen sollten historische Ereignisse der deutschen, insbesondere mittelalterlichen Geschichte zieren. Zur Jury gehörten unter anderem Max Jordan, der Direktor der Nationalgalerie, der Kunsthistoriker Herman Grimm sowie die Künstler Reinhold Begas, Carl Steffeck und Albert Wolff. Bewerben durften sich ausschließlich in Preußen geborene oder dort lebende Künstler. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 15. August 1877 waren Entwürfe von insgesamt elf Künstlern eingegangen. Die weitaus größte Anzahl der Bewerber war mit der Düsseldorfer Akademie eng verbunden, darunter auch der spätere Gewinner, Hermann Wislicenus.
Der zweite Preis ging an Georg Bleibtreu und Friedrich Geselschap, die einen gemeinsamen Entwurf eingereicht hatten. Geselschap war darin für die allegorische Gestaltung der Fensterwand und Bleibtreu für die Historiengemälde zur deutschen Geschichte des Mittelalters auf der Westwand sowie der nördlichen und südlichen Giebelwand des Kaisersaals vorgesehen. Von Bleibtreu stammt außerdem der Entwurf zur Ausmalung des Mittelfelds, das gemäß der Ausschreibungsunterlagen der Kaiserproklamation in Versailles 1871 gewidmet ist. Im Gegensatz zum Wettbewerbsgewinner Wislicenus, der das Thema allegorisch überhöhte, so daß ihm die Kritik Unverständlichkeit vorwarf, nähert sich Bleibtreu in seiner Darstellung dem Werk des preußischen Hof- und Geschichtsmalers Anton von Werner an und liefert eine weitgehend historisch korrekte Darstellung des Ereignisses.
Die eingereichten Entwürfe, die vor und nach der Entscheidung der Jury in der Nationalgalerie ausgestellt worden waren, gingen mit Einsendung in den Besitz des Staates über. Ein Teil von ihnen befindet sich heute im Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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