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Peinture aux bois de lit

Ident. Nr.: B 900

ObjID: obj:960841

1967 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Antoni Tàpies (1923 - 2012),
Künstler*in
Datierung
1967
Weitere Titel
Sammlungstitel: Peinture aux bois de lit
Malerei mit Bettenden
Übersetzung: Painting with Bedheads
Abmessungen
Höhe x Breite: 275 x 330 cm
Erwerbung
1967 Ankauf durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für bildende Kunst e. V. (Kunstverein Berlin) mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Das Bett ist ein wichtiges Motiv in Tàpies’ Œuvre. Prägend für seine körperbetonte Malerei war ein längerer Sanatoriumsaufenthalt zur Behandlung einer Tuberkulose 1942/1943. Das Thema taucht erstmals in der surrealistischen Frühphase auf („L’Escamotage de Kotan“, Die Gaukelei von Kotan, 1950, WVZ Augustí). Die „Malerei mit Bettenden“ ist typisch für die mittlere Werkphase, mit der Tàpies international bekannt wurde. Eng verwandt sind „Bed“, „Large White of the Cage“ und insbesondere „Bed-Head Drawing“ (alle 1965, WVZ 1365, 1376, 1402) sowie „Footprints on Brown Bed“ (1966, WVZ 1627). Eine lehmfarbene, schrundig-fleckige und von vielerlei Markierungen gleichsam tätowierte Schicht bedeckt den Bildgrund. Unten sind im Anschnitt drei Kopfenden wie von Krankenhausbetten zu erkennen. Am oberen Rand erscheint ein dunkler, breiter, lastender Streifen, der aber auch als nachtschwarzes Fenster in der Zimmerwand gelesen werden könnte. Oberer und unterer Bereich sind durch eine gekratzte horizontale Linie geteilt. Zwei erratische schwarze senkrechte Striche ober- und unterhalb der horizontalen Linie markieren die vertikale Mittelachse. Insgesamt ist das Bild fast ausschließlich von horizontalen und vertikalen Elementen bestimmt; die dominanten Horizontalen betonen das Motiv des Liegens. Andererseits führen eine Diagonale links und der schräge Anschnitt des oberen dunklen Streifens rechts etwas wie eine pfeilartig nach unten gerichtete Bewegung in das Bild ein, während die vertikalen Striche und die Bettenden, unterstützt von einer schwächeren Gegendiagonale rechts, nach oben streben. Die Last des moribunden Körpers (der als menschlicher Körper negiert ist und absichtsvoll nicht im Bild erscheint) steht so im Widerstreit zur aufstrebenden Kraft des Geistes. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz