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Frau mit Tuch

Ident. Nr.: B III 304

ObjID: obj:960852

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Albiker (1878 - 1961),
Künstler*in
Datierung
um 1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frau mit Tuch
Übersetzung: Woman with Drapery
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1961
Nachlass/Vermächtnis: Carl Albiker, Ettlingen,
1961–1989
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 62 x 18 x 22 cm
Erwerbung
1989 Schenkung von Carl Albiker, dem Sohn des Künstlers, Ettlingen

Objektbeschreibung

Durch üppige Körperformen und die in sich ruhende Haltung unterscheidet sich diese Plastik einer Frau, die mit beiden Händen locker ein Tuch hält, stark von Albikers Aktfiguren der 1910er-Jahre (vgl. „Bewegung“, B III 295). Typisch für das Schaffen des Künstlers ab den 1920er-Jahren sind die starke Tektonik des Körpers und dessen haptisch betontes Volumen bei kontrapunktischer Drehung von Kopf und Rumpf. Plastiken wie dieses Unikat mögen dazu beigetragen haben, dass Albiker in der Nachkriegsrezeption kaum mehr eine Rolle spielte. Im internationalen Kunstschaffen westlicher Prägung war die figürliche Skulptur oft vereinfachend mit dem Generalvorwurf der Nähe zur NS-Kunst verknüpft. Ab 1933 hatte Albiker – nach kurzzeitigen politischen Schwierigkeiten, da er von Seiten der NS-Propaganda zunächst aufgrund seines liberalen Ansatzes in der Lehre als „formzersetzender Bildhauer“ und „Förderer des Kommunismus“ eingestuft wurde (vgl. Beate Eckstein, Im öffentlichen Auftrag. Architektur und Denkmalsplastik der 1920er bis 1950er Jahre im Werk von Karl Albiker, Richard Scheibe und Josef Wackerle, Hamburg 2005, S. 40f.; vgl. Karl Albiker. 1878–1961. Plastik, Zeichnung, Ausst.-Kat. Georgenbau, Dresden 1996, S. 112) – einige Staatsaufträge in der Denkmals- und Architekturplastik erhalten, meist vermittelt durch den Architekten Wilhelm Kreis. Auch konnte er einige seiner Werke auf der jährlichen „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München präsentieren. Die Mehrzahl seiner Arbeiten während der NS-Zeit waren jedoch kleinere Privataufträge, vor allem nicht umgesetzte Wettbewerbsbeiträge und Porträtbüsten. Ende Oktober 1933 schrieb er an seinen Freund Leopold Ziegler, besorgt und kritisch über die erstarkenden Nationalsozialisten: „Es ist mir gegangen wie fast jedem. Eine Meute von ‚sich an die Wand gedrückt fühlenden Mißvergnügten‘ rennt gegen einen an. Bis jetzt konnte ich parieren. Wie lange noch, weiß man nicht“ (zit. nach Ulrich Gertz, Der Bildhauer Karl Albiker, in: Werkbuch des Bildhauers Karl Albiker, Karlsruhe 1978, S. 10). | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz