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Kopf eines Dahomey

Ident. Nr.: B I 497

ObjID: obj:960853

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Sophie Wolff (1871 - 1944),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: vor 1927
Geografische Bezüge
Provenienz
Kauf: Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für die Nationalgalerie,
1927 - um 1938
Schrottlager der tschechoslowakischen Militärmission, Berlin Osthafen,
393443
Magistrat von Groß-Berlin, Amt Museen und Sammlungen, Referat Rückführungen,
5.11.1949
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42,5 x 17 x 25,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1927 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Juryfreien Kunstausstellung für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

1927 kaufte das preußische Kultusministerium den fast lebensgroßen Kopf an und stellte ihn später in seinem Zeichensaal auf. Die Ausarbeitung zeigt eine stereotype Sichtweise: Die üppigen Lippen der Figur ragen im Profil über das Kinn hinaus; die Nase ist breit und flach gestaltet unter schmalen Augen und einer fliehenden Stirn. 1927 wurde der Kopf mit ähnlichen, heute verschollenen Plastiken der Künstlerin in der Berliner „Juryfreien Kunstschau“ ausgestellt. Welches Interesse Wolff mit ihnen verfolgte, ist nicht überliefert. Über eine Reise der Künstlerin nach Westafrika oder eine Begegnung mit Menschen afrikanischer Herkunft gibt es keine Information. Auch über die Malerin und Bildhauerin selbst ist wenig bekannt. Sie war mit Käthe Kollwitz befreundet, lebte vor dem Ersten Weltkrieg in Paris und stellte mit der Berliner Secession aus. 1932 versuchte Kollwitz, mehrere Arbeiten Wolffs an die Nationalgalerie zu vermitteln. Sie wurden abgelehnt mit der Begründung: „Die Werke der Bildhauerin scheinen für die Galerie nicht wichtig genug“ (Beratungen des Sachverständigen-Ausschusses der National-Galerie am 29.8.1932, Abschrift, S. 5, SMB-ZA, I/NG 476, Bl. 485). Wegen ihrer jüdischen Wurzeln wurde Wolff nach der nationalsozialistischen Machtübernahme aus dem Verein der Berliner Künstlerinnen ausgeschlossen. Der schlechte Zustand des Kopfes ist vermutlich auf den Zweiten Weltkrieg zurückzuführen: Er wurde nach Kriegsende auf einem Schrottplatz geborgen und später der Nationalgalerie übergeben. Es ist wohl die 1927 angekaufte Skulptur, doch der Zeitpunkt ihrer Entfernung aus dem Ministerium bleibt ungewiss. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp