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Les Noces

Ident. Nr.: NG 33/66

ObjID: obj:960965

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wifredo Lam (1902 - 1982),
Künstler*in
Datierung
1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Les Noces
Die Hochzeit
Übersetzung: The Wedding
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 215 x 197 cm
Erwerbung
1966 Ankauf von der Galerie Krugier, Genf

Objektbeschreibung

Das in dunklen Grautönen gehaltene, großformatige Gemälde „Les Noces“ (Die Hochzeit) des kubanischen Künstlers Lam ist voller Mystik und Symbolik. Im Mittelpunkt steht ein vogelartiges weibliches Wesen, das auf einem Rad balanciert. Die waagerecht ausgestreckten Arme der Figur halten ein Schwert und einen dreiarmigen Leuchter. Links und rechts von ihr befinden sich zwei weitere Figuren, halb Mensch, halb Tier. Alle drei sind bis zur Zeichenhaftigkeit abstrahiert. Die Szene wirkt nicht wie eine Hochzeit, sondern vielmehr wie eine herrschaftliche Zeremonie, in der das Gleichgewicht von Krieg und Frieden ausgelotet wird. Die Darstellung passt in die unsichere, gefahrvolle Zeit Ende der 1940er-Jahre. Lam war 1940 – mitten im Zweiten Weltkrieg und nach fast zwanzig Jahren in Europa – nach Kuba zurückgekehrt. Die deutsche Besetzung von Paris hatte ihn wie viele andere Künstler*innen und Intellektuelle dazu gezwungen, das Land zu verlassen. Erschüttert erlebte er dann die politische und wirtschaftliche Situation in seiner Heimat. „Die Hochzeit“ ist eine Reaktion auf jene krisenhafte Gegenwart. Indem er menschliche, tierische und pflanzliche Elemente im Bild miteinander verbindet, entwirft er eine traumhafte, nicht gänzlich entschlüsselbare Welt, eine Metapher für die bedrohliche und zersplitterte Realität. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz