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Akt vor spanischer Wand

Ident. Nr.: A IV 391

ObjID: obj:960974

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Alfred Müller (1895 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Akt vor spanischer Wand
Übersetzung: Nude Before a Folding Screen
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Marie-Agnes Müller, Löbau,
1978–1979
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 48 x 38 cm
Erwerbung
1979 Ankauf von Marie-Agnes Müller, Löbau, aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Der gelernte Lithograf Müller studierte zunächst an der Kunstgewerbeschule (1914 und 1919–1923) und anschließend an der Kunstakademie (1923–1927) in Dresden, davon ein Semester als Einzelschüler von Otto Dix. Nach seiner posthumen „Entdeckung“ in der DDR – Müller starb 1978 – wurde die künstlerische Verwandtschaft zu Dix betont und Müller als sozialkritischer Künstler gefeiert. Stilistisch haben die Gemälde seiner Studienzeit jedoch mehr mit Oskar Kokoschka gemeinsam: in der auffälligen Farbigkeit der Haut, den betonten Falten von Haut und Kleidung sowie den leicht unproportionalen, kursorisch gemalten Gliedmaßen. Diese Merkmale finden sich sowohl in dem Porträt des alten Mannes (A IV 425) als auch in dem des sitzenden weiblichen Aktes (A IV 390). Dabei hat Müller in ersterem Werk die Magerkeit des Dargestellten betont, in letzterem dominieren die opulente Fülle der Frau und das breite Grinsen. Der „Akt vor spanischer Wand“ (A IV 391) ist dagegen stark abstrahiert: Den dort wiedergegebenen Mann hat der Künstler mit der gleichen Flächigkeit gemalt wie den Hintergrund. Mit dieser Studie scheint Müller einen Stil ausprobiert zu haben, die in seinem Werk ansonsten kaum vorkommt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz