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Junge Gärtnerin

Ident. Nr.: A IV 373

ObjID: obj:960993

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Tröger (1894 - 1978),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Junge Gärtnerin
Übersetzung: Young Gardener
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1978
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass des Künstlers (Gertrud Tröger, Dresden),
1978–1979
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 98 x 68 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass von der Schwester des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Im Gemälde „Junge Gärtnerin“ führte Tröger seine auf Umrisslinie und Fläche reduzierte Bildsprache konsequent weiter. Er verzichtete hier vollständig auf Schattierungen oder auf eine Verstärkung des Konturs mit Feder und Tinte in Schwarz. Stattdessen nutzte er die Unterzeichnung als eigenständiges Bildelement und trug die Ölfarbe so dünn auf, dass sie wässrig anmutet. Die Farben gewinnen vor dem durchschimmernden weißen Malgrund zusätzlich an Leuchtkraft. Dadurch erinnert die gesamte Darstellung an ein Aquarell, formal wie auch in der Komposition klingen aber japanische Farbholzschnitte an. Mit einer derart stilisierten und nüchternen Formensprache war Tröger ein Außenseiter unter den Dresdner Malern der Neuen Sachlichkeit. Seine Arbeiten seien „von japanischer Blütenreinheit in Umriß und Ton“, lobte ein Kritiker (SMB-ZA, V/Slg. Künstler, Tröger, Fritz, Zeitungsausschnitt von 1929/1930). Andere zeigten sich unsicher ob des deutlich grafisch-dekorativen Charakters der Bilder. So fühlte sich Paul Westheim 1928 in Betrachtung des Gemäldes „Das Kartenspiel“ (1926; Lindenau-Museum, Altenburg) an „ausgemalte Graphik“ erinnert. Zugleich hielt er dem Künstler zugute: „Was für Troeger einnimmt, ist eine in Wolle gefärbte Kunstbesessenheit. Ein Mensch, der nicht so oder so kann, der muß. Einer auch, der nicht so sieht, wie alle anderen auch.“ (Paul Westheim, Die Ausstellung der jungen Maler und Bildhauer in der Deutschen Kunstgemeinschaft, Berlin, in: Das Kunstblatt, 12. Jg. [1928], H. 1, S. 8). | Franziska Lietzmann

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger