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Männlicher Kopf

Ident. Nr.: NG 54/84

ObjID: obj:961016

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ewald Mataré (1887 - 1965),
Künstler*in
Datierung
um 1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Männlicher Kopf
Übersetzung: Head of a Man
Provenienz
Galerie Hella Nebelung, Düsseldorf,
1984
Material / Technik
Birkenholz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26 x 12,8 x 15 cm (mit Sockel)
Erwerbung
1984 Ankauf von der Galerie Hella Nebelung, Düsseldorf, mit Mitteln aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Der in Aachen geborene Mataré war 1907 zum Studium der Malerei nach Berlin gezogen. Nach einer Ausbildung an der dortigen Hochschule für die bildenden Künste wandte er sich um 1915 zunächst der Malerei des Expressionismus zu, bevor er sich ab Anfang der 1920er-Jahre fast nur noch mit dem Holzschnitt und der Bildhauerei beschäftigte. Bereits 1918 war er der Novembergruppe beigetreten, auf deren Ausstellungen er zwischen 1924 und 1928 regelmäßig vertreten war. Neben seinen bekannten Tierdarstellungen widmete sich Mataré vor allem in der Frühphase seines Schaffens auch immer wieder dem Menschen. Er fertigte eine ganze Anzahl an Figuren und Kopfstudien, die sich von Beginn an durch ein hohes Maß an Abstraktion auszeichneten. In seinen um 1926 entstandenen Werken „Weiblicher Kopf“ (WVZ Schilling 1987, 36) und „Männlicher Kopf“ zeigt sich seine radikale Abkehr von traditionellen Bildnisdarstellungen. In beiden Arbeiten hat der Künstler die jeweiligen Gesichtszüge auf die elementarsten Grundzüge reduziert. Sie sind ausschließlich als leichte Erhebungen auf der glatt polierten, nahezu makellosen Oberfläche aus Birkenholz erkennbar. Nicht zuletzt durch diese Bearbeitung wird das Material selbst zu einem zentralen Ausdrucksträger. Beide Köpfe stellen keine konkreten Personen dar, vielmehr kann man die „Bildnisse“ als Urbilder oder abstrakte Zeichen verstehen, auf die sich Vorstellungen und Erinnerungen projizieren lassen. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz