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Bildnis Annette

Ident. Nr.: A IV 514

ObjID: obj:961064

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Peuker (1945 - 2001),
Künstler*in
Datierung
1970/1971
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Annette
Übersetzung: Portrait of Annette
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 60 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Leipzig, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Das „Bildnis Annette“ aus dem Frühwerk Peukers zeigt seine damalige Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Annette Peuker-Krisper (geb. 1949). Im Vordergrund des Gemäldes steht die Porträtierte als Halbfigur mit offenem, neutralem Blick. Gesicht, Kleidung und Accessoires sind in ihrer Plastizität und Stofflichkeit bis ins kleinste Detail ausgeführt. Das lange, blonde, glänzende Haar wirkt luftig frisiert und fällt schwungvoll auf ihre Schultern, die von einer schwarzen Jacke bedeckt sind. Darunter trägt sie eine blaue Seidenbluse mit einer kleinen runden Brosche am Halsansatz. Vor der Brust hält sie in ihren filigranen Händen eine braune Lederhandtasche. Im Kontext der Stadtszene mit drei Figuren auf der linken Seite und parkenden Autos auf der rechten sowie modernen Gebäudekomplexen im Hintergrund vermittelt das Gemälde den Eindruck einer realitätsgetreuen Szene. Die Komposition folgt dabei klassischen Mustern wie der Aufteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund, was sich in späteren Porträts Peukers häufig verliert. Auch die naturalistisch-realistische und präzise Darstellung behielt er nicht bei. Spätestens seit seiner Begegnung mit Werken von Diego Velázquez, Francisco de Goya und El Greco auf einer Studienreise nach Spanien 1979 entwickelte Peuker eine reduzierte Farbpalette und Formensprache, mit der sich seine Malerei von der Abbildhaftigkeit in die Abstraktion bewegt und dabei an symbolischer Qualität gewinnt. | Michaela Mai

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz