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Pfeifender Junge

Ident. Nr.: B III 156

ObjID: obj:961122

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernst Hermann Grämer (1899 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pfeifender Junge
Übersetzung: Whistling Boy
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Friedel Grämer, Dresden,
1975
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 20 x 7 x 7 cm
Erwerbung
1975 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Friedel Grämer, Dresden

Objektbeschreibung

Im Jahr 1929 trat Grämer dem Dresdner Ortsverband der Assoziation revolutionärer bildender Künstler Deutschlands (ASSO) bei. Wichtiger als ein gemeinsames ästhetisches Programm war der Vereinigung die kommunistische Gesinnung ihrer Mitglieder, nach deren Überzeugung Kunst im gemeinsamen Kampf mit der Arbeiterklasse eingesetzt werden sollte. Ein Jahr zuvor war die ASSO in Berlin durch Künstler wie Max Keilson, George Grosz, John Heartfield und Rudolf Schlichter in enger Verbindung zur KPD initiiert worden, woraufhin sich weitere Ortsgruppen bildeten. Der Dresdner Zweig zählte circa vierzig Mitglieder und besaß eine wahrnehmbare Ausstrahlungskraft. Die Kleinplastik „Pfeifender Junge“ entstand während Grämers aktiver Mitgliedschaft in der ASSO, in ihr ist die Weiterentwicklung vom passiven, leidenden zum aktiven, kämpferischen Arbeiterkind zu beobachten (vgl. „Mich hungert“, B III 155). Der breitbeinig stehende Junge, frech pfeifend und mit in den Hosentaschen vergrabenen Händen, drückt Selbstbewusstsein und Stärke aus, womit er ein als revolutionär verstandenes Menschenbild verkörpert. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz