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Ruhender Mann

Ident. Nr.: FNG 278/22

ObjID: obj:961167

Credit: Erwerbung der Freunde der Nationalgalerie. Schenkung Henrik Hanstein, Lempertz

Details (Expert)

Beteiligte
Adolph Menzel (1815 - 1905),
Maler*in
Datierung
1850
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ruhender Mann
Resting Man
Material / Technik
Öl auf Papier auf Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 33 x 46 cm
Erwerbung
Kunsthandlung Fritz Gurlitt, Berlin, 1906. Alte Leihgabe im Schlesischen Museum der bildenden Künste in Breslau, dort 1945 verschollen. 2022 Schenkung an die Freunde der Nationalgalerie aus Privatbesitz.

Objektbeschreibung

Das kleine Bild zeigt die formatfüllende Rückenansicht eines in einer Landschaft lagernden, nach der Mode des 18. Jahrhunderts gekleideten Mannes. Er hat den linken Arm in die Hüfte gestemmt und die Beine übereinandergeschlagen. Seine rechte Schulter lehnt an einem Felsbrocken, an dem sich unten die Signatur „A. Menzel 1850“ befindet. Im Hintergrund erstreckt sich eine flache Landschaft bis zum Horizont. Die Darstellung erinnert an das Gemälde „Goethe in der römischen Campagna“ von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1787, Städelmuseum, Frankfurt am Main) – eine Komposition mit einem „Wanderer“-Motiv, das zum Sinnbild für die Suche nach Erkenntnis und Inspiration wurde. 
Auf der Rückseite des Werkes ist eine zweizeilige Beschriftung zu erkennen. Deren obere Zeile lautet „Lud. van Beethoven“, die Schrift darunter ist nicht zu entziffern. Möglicherweise hat Menzel mit dem „Ruhenden Mann“ tatsächlich auf Beethoven Bezug genommen. Er muss den Komponisten verehrt haben, denn er war ab 1889 Ehrenmitglied im Verein Beethoven-Haus Bonn (Menzel, Brief an den Verein Beethoven-Haus in Bonn vom 10. Mai 1889, Beethoven-Haus Bonn, BH 192). Zudem ist eine Zeichnung Menzels vom Beethoven-Porträt des Malers und Sängers Ferdinand Schimon als Reproduktion von 1904 überliefert (Beethoven-Haus Bonn, B 37/a, K 9/14). Und im Skizzenbuch Menzels von 1874 findet sich für den 19. August ein Eintrag über seinen Besuch des Sterbezimmers des Komponisten in Wien (Kupferstichkabinett Berlin, SZ Menzel Skb. 46, S. 82).
1906 erwarb Hugo von Tschudi das Bild für die Nationalgalerie. Anfang der 1930er Jahre ging es als Leihgabe an das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau. Seit 1945 galt es als Verlust. 2022 wurde das Werk den Freunden der Nationalgalerie aus Privatbesitz geschenkt.
Beim Vergleich mit dem historischen Foto aus dem Archiv der Nationalgalerie zeigt sich, dass der Himmel, die Haare des Mannes sowie der Horizont ganz rechts zu Ungunsten der künstlerischen Qualität übermalt wurden. Wann und durch wessen Hand das geschah, ist nicht bekannt. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Im Etappenquartier vor Paris

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Dem Gemälde »Im Etappenquartier vor Paris« liegt eine frühe Skizze aus dem Herbst 1870 zugrunde. Damals wollte Anton von Werner, obwohl für dienstuntauglich erklärt, an Ort und Stelle Material für ein Auftragsbild »Moltke mit seinem Stabe vor Paris« (vollendet 1873, Kunsthalle Kiel) sammeln. Im requirierten Schlößchen Brunoy einquartiert, zeichnete er am 24. Oktober diese harmlose Szene: wie das Kaminfeuer vorbereitet wird, wie zwei Ulanen das Schubert-Lied »Das Meer erglänzte weit hinaus« nach dem Gedicht Heinrich Heines vortragen und wie die Concierge, vom Gesang angezogen, mit ihrem Töchterchen in der Tür erscheint. »Das Innere des Hauses, Mobiliar usw.«, schrieb Anton von Werner im September 1894 in einem erklärenden Brief an die Nationalgalerie, »war damals im Oktober, kurze Zeit nach Beginn der Belagerung von Paris, noch völlig intakt, auch die oft genannten Pendules auf dem Kamin u. andere Nippes fehlten nicht« (SMB-ZA, I/NG 2035, Journal-Nr. 1895/105). ›Oft genannt‹ meint: in späteren Berichten über Plünderungen und Diebstähle deutscher Truppen. Auch von den Schrecken der viermonatigen Belagerung von Paris wußte man inzwischen, doch davon läßt das gemütliche Treiben der deutschen Militärs in der besetzten Villa nichts vermuten. Die Hemdsärmeligkeit, mit der sie sich mit ihren schmutzigen Stiefeln in der fremden Pracht eingerichtet haben, soll als erheiternd, nicht als peinlich empfunden werden: leuchtet doch mit der Musik ein Abglanz heimatlicher Kultur. Ein leidenschaftsloses Einverständnis mit dem Seienden bestimmt auch den malerischen Vortrag, der sich, um täuschende Vergegenwärtigung bemüht, mit kühler Virtuosität gleichmäßig jedem Gegenstand bis ins Detail, bis zu den lückenhaft benagelten Stiefelsohlen hin, zuwendet. Nicht einmal der Kontrast zwischen dem Kaminfeuer mit seinen roten Reflexen und dem schon winterlich weißen Himmel wird nicht malerisch ausgespielt. So sehr der Krieg als ein Wechsel dramatischer, besinnlicher und humoriger Augenblicke verharmlost erscheint – Werner hütet sich, ›den Feind‹ verächtlich zu machen. | Claude Keisch

Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dorflandschaft,
Verso: Blumenvase

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