Mönch im Garten
Ident. Nr.: A II 100
ObjID: obj:961184
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- vor 1912
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 120,5 x 140 cm
- Erwerbung
- 1915 Ankauf aus der Ersten Abteilung der Großen Berliner Kunstausstellung
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/961184
Objektbeschreibung
Nach ersten Historienbildern spezialisierte sich Kiederich, der Sohn einer rheinischen Malerfamilie, auf Darstellungen ländlicher Sujets: Pflügen, Viehhüten, Rast und Ernte. Beschauliche Szenen aus dem klösterlichen Alltag entstanden in diesem Kontext insbesondere um 1910 (vgl. Karl Lenz-Boeniger, Die große Kunstausstellung Düsseldorf 1913, in: Die Kunstwelt, 2. Jg. [1912/1913], S. 644). Sie knüpfen lose an das Erbe der Romantik an: Der Einsiedler oder Mönch, der in seiner Stube oder häufiger noch in der freien Natur kontempliert, war in der Romantik seit Caspar David Friedrich und Carl Blechen ein häufig wiederkehrendes und vor allem vieldeutiges Motiv, das im Laufe des 19. Jahrhunderts allerdings schon in der Malerei Carl Spitzwegs und Moritz von Schwinds teils zu einer Chiffre des Idyllischen verflachte. Mit Eduard Grützner wurde es zuletzt das populäre Motiv einer anekdotisch-humoristischen Genremalerei. Erst durch Arnold Böcklin (vgl. „Der Einsiedler“, 1884, A I 363) oder Max Klinger erhielt das Thema wieder größere intellektuelle Tiefe. In Kiederichs Bildern tritt den Betrachter:innen ein Leben zwischen Muße und Arbeit im Sinne des benediktinischen „ora et labora“ entgegen. Sein „Mönch im Garten“, erstmals 1912 auf der Frühjahrsausstellung in Düsseldorf zu sehen, zeigt einen Mönch in weißem Habit und brauner Kukulle, der mit beiden Händen einen großen geernteten Kürbis durch den Nutzgarten des Klosters trägt. Das helle Kolorit und der lockere Pinselstrich sowie Kiederichs Interesse an Licht und Atmosphäre bezeugen die Nähe zum Impressionismus (vgl. auch Fritz Boehles Bild „Lesender Mönch“, 1895, A I 755). | Regina Freyberger
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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