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Zitate I

Ident. Nr.: NG 35/84

ObjID: obj:961223

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Imre Bak (1939 - 2022),
Künstler*in
Datierung
1983
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zitate I
Originaltitel: Idézetek
Übersetzung: Citations I
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 140 x 250 cm
Erwerbung
1984 Ankauf vom Künstler, Budapest

Objektbeschreibung

Der an der Hochschule für Bildende Künste in Budapest ausgebildete Bak nahm in der ungarischen Neo-Avantgarde-Bewegung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine führende Rolle ein. 1968 war er in der legendären „Ipartev“-Ausstellung vertreten, die für nur zwei Tage unter Umgehung der Zensurbehörde in einem Budapester Architekturbüro stattfand und junge Kunst zeigte, die sich an den aktuellen internationalen Kunstströmungen orientierte. Dort präsentierte Bak mit den US-amerikanischen Stilen der Farbfeldmalerei und des Hard-Edge-Painting verwandte Gemälde, in die er Elemente der ungarischen Folklore integrierte. Im selben Jahr wurde er auch einem deutschen Publikum bekannt, als ihm die renommierte Galerie Müller in Stuttgart seine erste Einzelausstellung ausrichtete. Bereits während seines ersten Stuttgart-Besuchs 1965 hatte Bak den Kurator Dieter Honisch kennengelernt, der ihn 1971 mit einem Stipendium an das Folkwang Museum in Essen einlud, wo er abschließend eine Ausstellung sowie eine Auszeichnung erhielt. Bak entwickelte in den folgenden Jahren seine geometrisch-abstrakte Kunst weiter, in der er die Avantgardetradition Ungarns mit der Malereigeschichte des Westens verband. In seiner Zeit als Direktor der Neuen Nationalgalerie kaufte Honisch drei 1983 entstandene Gemälde von Bak für die Sammlung an. Sie sind als Triptychon konzipiert, wobei die als „Zitate I“ und „Zitate III“ (NG 37/84) betitelten, einander in Komposition und Farbigkeit stark ähnelnden Leinwände die eigenständiger wirkende mit dem Titel „Zitate II“ (NG 36/84) flankieren. In den 1980er-Jahren fertigte Bak üblicherweise zunächst kleinere Versionen seiner Bildmotive an, die er dann in größere Formate übertrug. So existieren auch mit den Werken in der Nationalgalerie identische Arbeiten im Format 30 × 50 cm, die sich heute in ungarischem Privatbesitz befinden. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz