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Anne-Frank-Säule

Ident. Nr.: F.V.

ObjID: obj:961249

Details (Expert)

Beteiligte
Gerhard Rommel (1934 - 2014),
Künstler*in
Datierung
1964/1965
Weitere Titel
Sammlungstitel: Anne-Frank-Säule
Übersetzung: Anne Frank Column
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 63,5 x 11 x 12 cm
Erwerbung
1986 Dauerleihgabe des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Das „Tagebuch“ der Anne Frank wurde in der DDR 1957 erstmals veröffentlicht und erlebte viele Nachauflagen. Das Thema Antifaschismus gehörte zu den Gründungsmythen der DDR, und Anne Frank wurde als eine ebenso heroische wie tragische Symbolfigur in die sozialistische Erinnerungspolitik integriert. Die junge jüdische Autorin und ihr Text wurden vielfach Anlass künstlerischer Auftragsarbeiten. Rommel gehörte zu jenen Bildhauern, die den öffentlich Raum in den urbanen Zentren der DDR, hauptsächlich Ost-Berlin, mit ihren Werken maßgeblich geprägt haben. Von naiven Figuren wie spielenden Kindern oder Tierdarstellungen bis hin zu Denk- und Ehrenmalen – Rommel schuf zahlreiche Plastiken, die teils noch heute in Parkanlagen zu finden sind. Die Anne-Frank-Säule ist ein Entwurf für einen Schulhof in Tessin bei Rostock. Ab 1948 hatte Rommel im thüringischen Sonneberg das Handwerk des Keramikers erlernt. Danach ging er an die Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und studierte dort unter anderem bei Theo Balden Bildhauerei. Im Anschluss wurde er Meisterschüler Fritz Cremers, der ihn in seinem Stil nachhaltig beeinflusste. | Sabrina Kotzian

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz