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Astrale Komposition

Ident. Nr.: NG 15/68

ObjID: obj:961282

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Morgner (1891 - 1917),
Künstler*in
Datierung
1912
Weitere Titel
Sammlungstitel: Astrale Komposition
Übersetzung: Astral Composition
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 75 x 100 cm
Erwerbung
1968 Ankauf Maria Korff, der Schwester des Künstlers, Soest

Objektbeschreibung

Nach der mittleren Reife war Morgner im Oktober 1908 nach Worpswede gegangen, um dort die private Malschule von Georg Tappert zu besuchen. 1909 trat er mit ersten Gemälden hervor, im Herbst 1913 malte er vor der Einberufung zum Militär sein letztes Ölbild, im August 1917 starb er an der Front bei Langemarck. Entscheidend beeinflusst hatte Morgner die Kunst des Blauen Reiters, in dessen zweiter Ausstellung in München er im Februar 1912 mit 20 Zeichnungen vertreten war. Als Tappert den Nachlass Morgners katalogisierte, gab er einer Gruppe von Ölbildern und Papierarbeiten die Bezeichnung „Astrale Komposition“. Motivisch gingen diese Werke meist aus von auf dem Feld arbeitenden Menschen, die immer mehr abstrahiert wurden. Insofern könnte die gelb-orange-rote Figur vor blauem Grund rechts auf einem bäuerlichen Sujet basieren, es könnte aber ebenso gut eine Aura im theosophischen Sinne dargestellt sein. Morgner hatte sich mit esoterischem und okkultem Gedankengut beschäftigt und als Ziel angegeben: „Jedes Bild soll eine Lebenssymphonie sein. Ich meine aber nicht etwa allegorisch Symphonie an das Leben oder so ähnlich, sondern das Wollen des Lebens soll überklingen in Farbe und Linie“ (Brief an Georg Tappert, 10.11.1911, in: Wilhelm Morgner, Briefe und Zeichnungen, Soest 1984, S. 28 f.). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz