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Selbstbildnisstudie

Ident. Nr.: A IV 148

ObjID: obj:961291

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Büttner (1889 - 1936),
Künstler*in
Datierung
1908
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnisstudie
Übersetzung: Study for a Self Portrait
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1936
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Erich Büttner,
1936–1937
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 41 x 31 cm
Erwerbung
1937 Ankauf aus dem Nachlass des Künstlers, Berlin

Objektbeschreibung

Büttner entstammte einer Arbeiterfamilie in Berlin-Kreuzberg, sein Vater und sein älterer Bruder waren Tischler. Mit 13 Jahren, kurz nach der Jahrhundertwende, brach er die Schule ab, danach auch drei Lehrausbildungen, bis er mit 17 Meisterschüler von Emil Orlik wurde, der von 1905 bis 1932 die Leitung der Fachklasse für grafische und Buchkunst an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin innehatte. Wie sein Lehrer wurde Büttner Grafiker, Zeichner und Maler. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt zum Teil durch Aufträge für Exlibris und Buchillustrationen. Ein kleines Porträt von 1908 zeigt den knapp Zwanzigjährigen, der noch Schüler bei Orlik ist, am Beginn seiner Laufbahn (A IV 148). In das dunkle, schemenhafte Bild hat Büttner die Spiegelung in den Brillengläsern und die herausstechend grüne Krawatte integriert, zwei realistische, detailgenaue Momente, wie sie in zahlreichen reiferen Werken ebenfalls zu sehen sind. 21 Jahre später, 1929, stellte er sich selbstbewusst als Maler dar (A IV 165). Hier ist er als Ganzfigur in Frontalansicht fast lebensgroß wiedergegeben. Ein Gemälde hängt hinter ihm an der Wand, ein weiteres trägt er in der rechten Hand. Mit der Linken hält er die Zimmertür auf und gewährt den Betrachter:innen so einen Blick in den Raum und weiter zum Garten. Die Farben in diesem vergleichsweise hellen, bunten Bild setzen sich aus einer groben Kreuzschraffur zusammen. Sie wirkt von Nahem wie aus willkürlich gewählten Farben kombiniert, aber bei größerem Abstand wird sie als Imitation einer impressionistischen Visualisierung von Farbe und Licht kenntlich. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz