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Bildnis Richard Schöne

Ident. Nr.: NG 1/94

ObjID: obj:961312

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Johanna Schöne (1878 - 1920),
Künstler*in
Datierung
um 1911 (Guss nach 1980)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Richard Schöne
Übersetzung: Portrait of Richard Schöne
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 48 x 20 x 22 cm
Höhe x Breite x Tiefe: Sockel: 15 x 15 x 15 cm
Erwerbung
1994 Geschenk Prof. Wolfgang Schöne und Dr. med. Wilhelm Zinn, Bad Ragaz (Schweiz)

Objektbeschreibung

Als älteste Tochter des zwischen 1880 und 1905 tätigen Generaldirektors der Königlichen Museen zu Berlin, Richard Schöne (1840–1922), ist von einer künstlerischen Prägung Johanna Schönes auszugehen, doch nur wenig ist über ihren tatsächlichen künstlerischen Werdegang bekannt. 1904 trat sie erstmals an die Berliner Kunstöffentlichkeit; im darauffolgenden Jahr zog sie nach Paris, wo sie mit einem Empfehlungsschreiben des Direktors der Nationalgalerie, Hugo von Tschudi, ausgestattet den Bildhauer Auguste Rodin besuchte. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs blieb sie in Paris und stellte dort mehrfach im Salon beziehungsweise im Salon d’Automne aus. Der Begeisterung für die aktuelle französische Bildhauerei stand eine Bewunderung Adolf von Hildebrands zur Seite: Die von jenem zur Anfertigung einer Büste von Richard Schöne (SKG 5/81) 1905/1906 anberaumten Porträtsitzungen nutzte die Bildhauerin, um seine Arbeitsweise direkt zu studieren. Sie kritisierte die Materialwahl Marmor (Johanna an Helene Schöne, 30.11.1905, Bildakte in der Alten Nationalgalerie) und modellierte um 1911 schließlich selbst eine Büste ihres Vaters für die von ihr bevorzugte Ausführung in Bronze. In einem freien bildhauerischen Duktus hat sie die Züge eines hageren, ernsten Mannes mit tief verschatteten Augen wiedergegeben, die weniger mild als die des hildebrandschen Bildnisses ausgefallen sind. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz