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Porträt Peter-Jakob Scherer

Ident. Nr.: A IV 447

ObjID: obj:961314

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Horst Strempel (1904 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1945/1946
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Peter-Jakob Scherer
Übersetzung: Portrait of Peter-Jakob Scherer
Provenienz
Peter-Jakob Scherer, Berlin,
1982
Abmessungen
Höhe x Breite: 42 x 34 cm
Erwerbung
1982 Ankauf vom Dargestellten, Berlin

Objektbeschreibung

Im Verhältnis zu seinen gesellschaftlichen und politischen Bildern ist diese Arbeit Strempels sehr intim. Sie zeigt den 15-jährigen Peter-Jakob Scherer, mit dessen Eltern der Künstler in der Nachkriegszeit befreundet war. Neben ihrem Optimismus für eine bessere Zukunft im Kommunismus teilten sie ihre Erfahrung als Opfer der Nazizeit. Der Vater, ein von der sowjetischen Armee in Berlin-Wilmersdorf eingesetzter Polizeiinspektionsleiter, hatte Strempel geholfen, eine Wohnung zu finden. Aus Dankbarkeit malte dieser den Sohn in mehreren Sitzungen und schenkte das Bild der Familie. Es wurde ein Konterfei zwischen den Zeiten: Die Strenge der Neuen Sachlichkeit paart sich mit dem gewollt zivilen Look der 1950er-Jahre mit Krawatte und dem zu großen Jackett. Es ist viel Licht und Schatten im Gesicht des Jungen, der nachdenklich an uns vorbei blickt. Die Nationalgalerie erwarb das Gemälde 1981 von Peter-Jakob Scherer, der dazu in einem Brief schrieb: „[Strempel] begann das Bild im August 1945. Ich erinnere mich noch, wie ich einige Male in den Wintermonaten im schwer heizbaren Atelier in Decken gehüllt Modell saß“ (SMB-ZA, II A/NG 572). Aus Sicht des Museums war ein Ankaufskriterium das Genre, für das Strempel nicht explizit bekannt war: Bis zur umfangreichen Erwerbung aus seinem Nachlass vier Jahre später handelte es sich um das einzige Porträt von der Hand des Künstlers in der Sammlung. Schließlich kamen mit dessen „Selbstbildnis“ (A IV 546) und dem „Bildnis Anna Litwin“ (A IV 544) zwei weitere hinzu. | Sven Haase

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz