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Schlittschuhläufer

Ident. Nr.: B 15/10

ObjID: obj:961567

1950 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
William Wauer (1866 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1918 (Guss 1950)
Provenienz
gegossen als Auftragsarbeit für die Galerie des 20. Jahrhunderts,
1950
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1950–1968
Material / Technik
Aluminium
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 25,5 x 26 x 15 cm
Erwerbung
1950 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Die früheste Version des „Schlittschuhläufers“, entstanden 1916, war Wauers erstes plastisches Werk nach seinen Engagements am Theater und beim Film. In der Sammlung der Nationalgalerie befindet sich ein Aluminiumabguss nach einer weiteren Ausführung der Plastik von 1918. Die Figur wird größtenteils von einer organisch-runden Linienführung bestimmt. Sogar der flache, breite Sockel nimmt die dynamische Pose des Schlittschuhläufers auf und verstärkt die fließende Bewegung. Die Kanten hingegen sind teils messerscharf, die Gliedmaßen kubisch geformt, was sich insbesondere auf den Lichteinfall und die damit einhergehenden Schattierungen der Skulptur auswirkt. Ohne ausgearbeitete Details, rein auf das Tektonische reduziert, scheint sich die anonyme Kunstfigur in harmonischen Linien über die Fläche zu bewegen. Der Dramaturg und Schauspieler Rudolf Blümner beschrieb eingehend den Eindruck einer Rhythmisierung, den Wauers kubistische Aufspaltung der Flächen beim Betrachter hinterlässt und hob ihn als ersten kubistischen Plastiker im europäischen Raum hervor (Der Geist des Kubismus und die Künste, Berlin 1921, S. 41–42). Auch Wauer selbst verstand seine Plastik als lebendige Kunst, als rhythmische Bewegungsstudie im dreidimensionalen Raum, was sicherlich im Zusammenhang mit seinen Tätigkeiten am Theater und beim Film stand, die das Denken und Handeln mit bewegten Körpern voraussetzen. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz