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Über Wolken schreitende Frau (Fragment)

Ident. Nr.: B III 305

ObjID: obj:961582

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Albiker (1878 - 1961),
Künstler*in
Datierung
1934-1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Über Wolken schreitende Frau (Fragment)
Übersetzung: Woman Stepping over Clouds (fragment)
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1961
Nachlass/Vermächtnis: Carl Albiker, Ettlingen,
1961–1989
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33 x 21 x 23 cm
Erwerbung
1989 Schenkung von Carl Albiker, dem Sohn des Künstlers, Ettlingen

Objektbeschreibung

Das Fragment eines Kopfes mit dem für Albiker ungewöhnlich poetischen Titel „Über Wolken schreitende Frau“ gehörte zu einer Figur in Denkmalgröße, die der Bildhauer in seiner Dresdner Zeit in zwei Versionen, in Gips und in Bronze, gefertigt hatte. Beide wurden im Februar 1945 zerstört, als Albikers Wohnung und Atelier infolge des Großangriffs auf Dresden brannten – zusammen mit einem Großteil seines Œuvre. Der Kopf der Gipsversion blieb allerdings erhalten, da die gesamte Figur kurz vor ihrer Vollendung „unter der Punktiermaschine stehend verschüttet“ worden war, der Kopf jedoch „lange nach dem Brand ausgegraben und sichergestellt“ werden konnte (Karl Albiker-Werkbuch, Karlsruhe 1978, S. 52). Die Materialangabe „Gips Sägemehl“ im „Werkbuch“ erklärt die graugelben Ablagerungen auf der dunkelgrauen Oberfläche des Fragmentes. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz