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Die Schlafkammer

Ident. Nr.: A IV 100

ObjID: obj:961648

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Grundig (1901 - 1958),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Schlafkammer
Übersetzung: The Sleeping Chamber
Provenienz
Dr. Ing. E. Raßmann, Dresden,
1966
Abmessungen
Höhe x Breite: 66 x 75,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf aus Privatbesitz, Berlin

Objektbeschreibung

In den Jahren 1927 bis 1929 wurden Grundigs Bildthemen zunehmend politischer, was sicher mit seinem Eintritt in die KPD 1926 zusammenhing. Günter Bernhardt spricht von einer „Festigung des proletarischen Klassenstandpunktes“ (Bernhardt 1971, S. 87, zit. nach Stephan Weber u. Erhard Frommhold: Hans Grundig. Schaffen im Vorborgenen, Dresden 2001, S. 31) – gleichzeitig rückte Grundig allmählich von der Neuen Sachlichkeit ab. Dies kann man auch an seinem Gemälde „Die Schlafkammer“ feststellen, in dem der Künstler vor Augen führt, wie Arbeiterfamilien damals leben mussten. Zu sehen ist eine ordentlich aufgeräumte Kammer, in der außer der Mutter drei vom Mondlicht beschienene Kinder schlafen. Der Vater fehlt. Das in Lasurtechnik gemalte Bild, für das Grundig 1929 den Hermann-Illgen-Preis erhielt, zeigt die sozialen Verhältnisse auf, ohne die Enge der häuslichen Situation in irgendeiner Weise zu verklären oder zu verurteilen. Vielmehr vermittelt das Werk durch seine ruhige Komposition und Lichtführung eine anteilnehmende Menschlichkeit und Würde. Während Grundigs Arbeiten seinerzeit in der linken Presse durchweg gelobt wurden, stieß seine „Elendsmalerei“ in bürgerlichen Zeitschriften oftmals auf strikte Ablehnung. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz