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Porträtstatuette Hermann Duncker

Ident. Nr.: B III 1

ObjID: obj:961654

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Howard (1910 - 2005),
Künstler*in
Datierung
1959
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträtstatuette Hermann Duncker
Übersetzung: Statuette of Hermann Duncker
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 48 x 16 x 15 cm
Erwerbung
1962 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost), aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Als Mitglied der KPD wurde der Schriftsetzer Howard 1933 von den neuen Machthabern in „Schutzhaft“ genommen. Im Zuchthaus Brandenburg lernte er den Funktionär und Mitbegründer der KPD Hermann Duncker (1874–1960) kennen, den er nach 1945 mehrfach in plastischen Arbeiten darstellte. Von 1946 bis 1951 studierte Howard, seit Langem autodidaktisch künstlerisch tätig, an der Hochschule für Bildende Kunst Berlin-Weißensee, war danach Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin bei Gustav Seitz und Fritz Cremer und von 1955 bis 1960 lehrend wieder an der Kunsthochschule Weißensee. Während dieser Zeit entstanden die ersten figürlichen Auftragswerke: das Denkmal „Lilienthal“ für die Stadt Anklam, ein Marx-Engels-Denkmal für Chemnitz und 1959 die Porträtstatuette des alten Hermann Duncker. Dieser war von 1949 bis zu seinem Tod Rektor der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau bei Berlin. Die mehrfach gegossenen Statuetten gelangten auch in die Galerie Junge Kunst Frankfurt (Oder), ins Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg, ins Märkische Museum, Berlin, sowie in den Besitz von Wilhelm Pieck und Duncker selbst. Howard erhielt 1961 für die Skulptur den Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschafsbundes. Anhand des Exemplars der Nationalgalerie (Ost) wurde 1976 eine Gedenkbriefmarke gefertigt. Im selben Jahr entstand eine überlebensgroße Plastik des jüngeren Duncker als Dozent, die in Berlin-Karlshorst aufgestellt wurde, eine weitere Ausführung in Zement fand ihren Standort in der Altstadt von Rostock. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz