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Torso Her

Ident. Nr.: NG 1/70

ObjID: obj:961668

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Miguel Berrocal (1933 - 2006),
Künstler*in
Datierung
1961 (Guss 1969)
Material / Technik
Aluminium
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 40 x 105 x 56 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler aus Spendenmitteln der Deutschen Bank AG

Objektbeschreibung

Der Name des spanischen Bildhauers Berrocal ist untrennbar mit zerlegbaren plastischen Werken verbunden. Dabei hatte er in Madrid zunächst Kurse in Mathematik belegt und Architektur studiert sowie eine Karriere als Maler verfolgt. Mit drei Landschaftszeichnungen war er – noch unter dem väterlichen Namen Miguel Ortiz – 1954 auf der „27. Biennale di Venezia“ vertreten. 1955 entstanden die ersten aus Eisen geschmiedeten und geschweißten Kleinplastiken. Diese waren in linearen Formen gehalten. Einzelne Werke waren bereits modular angelegt oder konnten verschieden aufgestellt werden. Der entscheidende Schritt erfolgte während Berrocals zweitem Aufenthalt in Rom 1959. Dort nahm er Bezug auf Formen der Antike, wie Torso oder Sarkophag. Der „Große Torso“ (WVZ Berrocal 31) war das erste zerlegbare Werk. „Torso Her“ entstand 1961 in Crespières bei Paris und trägt die Werknummer 38. Das Original bestand aus Holz und Gips. Im Wachsausschmelzverfahren wurden 1969 vier Güsse in Aluminium hergestellt. Durch den leicht diagonal geneigten Rumpf sowie die unterschiedliche Größe und Ausrichtung der Schulter- und Armpartien besitzt dieser Torso eine hohe Dynamik. Der Brustbereich mit seinen an innere Organe erinnernden Applikationen lässt sich abnehmen. Von prägendem Einfluss für diese Erfindung dürfte Berrocals Vater gewesen sein, ein Arzt, der seinen Sohn bereits früh zur Autopsie von Leichen mitnahm, um bei ihm das Interesse für die Medizin zu wecken. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz