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Selbstbildnis mit Einglas

Ident. Nr.: NG 25/61

ObjID: obj:961671

Schenkung Maria Möller-Garny zum Andenken an Ferdinand Möller
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Schmidt-Rottluff (1884 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Selbstbildnis mit Einglas
Übersetzung: Self Portrait with Monocle
Selbstbildnis mit Monokel
Provenienz
Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe (Moritzburg) in Halle/Saale,
1924–8.7.1937
Deutsches Reich / Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
1937–12.3.1941
Depot Schloß Schönhausen, Berlin,
8.1938 - 29.4.1939
Auktion: Galerie Fischer, Luzern,
30.6.1939
Tausch: Galerie Ferdinand Möller, Berlin,
12.3.1941–1943
Kunsthändler Ferdinand Möller, Zermützel,
1943–1949
Ferdinand Möller, Köln,
1949–1956
Nachlass/Vermächtnis: Maria Möller-Garny, Köln,
1956–1961
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 84 x 76,5 cm
Erwerbung
1961 Schenkung von Maria Möller-Garny, Köln, zum Andenken an Ferdinand Möller

Objektbeschreibung

Wir sehen ein pathetisches Selbstporträt des 25-jährigen Schmidt-Rottluff. Es steht im Gegensatz zu Max Liebermanns eitel-gelassenen Selbstdarstellungen (vgl. FNG 212/14), ist aber dem „Selbstbildnis“ von Ludwig Meidner (vgl. B 8) vergleichbar: Der junge Maler steht vor einer gelben, rot geränderten Wanddekoration, die ihn wie eine Thronlehne hinterfängt, ein Auge ist zugekniffen, das andere hinter dem weißen Glas des Monokels nicht sichtbar, die Finger der rechten Hand, die traditionellerweise auf Künstlerporträts den Pinsel halten, bilden bei Schmidt-Rottluff ein Rund, einer Meditationshaltung gleich, und korrespondieren so mit der Form des Monokels. Die Lippen sind entschieden zusammengepresst. Wie in dem Bildnis von Meidner liegt der Schwerpunkt der Darstellung bei den Augen und der Hand, hier kommt die Betonung von Intellekt, Würde und Willensstärke hinzu. Schmidt-Rottluff war ein selbstbewusster Einzelgänger, auch innerhalb der Künstlergruppe Brücke. „Aus irgendwelchen Mißverständnissen war ich damals in der ‚Br.‘ gerade mal völlig isoliert“, berichtete er rückblickend über die Situation von 1910 (Brief an Max Sauerlandt, 13.12.1931, zit. nach Karl Schmidt-Rottluff. Retrospektive, Ausst.-Kat., München, 1989, S. 81). 1910 hatte sich nach einer Welle von Zurückweisungen durch die Jury der Berliner Secession unter Max Pechsteins Leitung die Neue Secession gegründet, der auch die Maler der Brücke kurzzeitig angehörten. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz