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Ein Maitag in Dürnstein

Ident. Nr.: A III 432

ObjID: obj:961728

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Anton Karlinsky (1872 - 1945),
Künstler*in
Datierung
um 1930-1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ein Maitag in Dürnstein
Übersetzung: A May Day in Dürnstein
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80 x 100 cm
Erwerbung
1952 Überweisung von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR

Objektbeschreibung

In warmem Licht erhebt sich die idyllische Hügel- und Burgenlandschaft der Wachau. Die noch braune Erde lässt das bald saftige Grün der Wiesen am Hang erahnen. Im Vordergrund blühen vereinzelte Bäume bereits in zartem Rosa, dahinter ruht eine Stadt mit Stiftskirche und Wehrmauer – eine „romantische“ Ansicht. Die gebaute und weiter oben in Fels gehauene Umfassung schlängelt sich hinauf zu einer alten Burgruine. Bekannt wurde die Felsenburg des 12. Jahrhunderts als Gefangenensitz des englischen Königs Richard Löwenherz. Es ist ein „Maitag in Dürnstein“, so das titelgebende Bildmotiv, welches Karlinsky in den 1930er-Jahren anfertigte. Der gebürtige Wiener hatte an der dortigen Kunstakademie seine Ausbildung in Malerei erhalten, seit 1903 war er Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Als Landschafts- und Porträtmaler vor allem Wiener Persönlichkeiten wurde er mit zahlreichen Preisen honoriert. Nach der Fronterfahrung im Kriegsdienst von 1914 bis 1918 konnte er anscheinend nahtlos an seinen vom Spätimpressionismus ausgehenden Stil anknüpfen. Teilnahmen an der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München 1939 und 1940 bescherten ihm auch einen Bildankauf durch Adolf Hitler. Mit seinen unverfänglichen Motiven in handwerklich solider Ausführung und konservativem Malstil war Karlinskys Werk in der Zeit des Nationalsozialismus und danach anerkannt. Beispielhaft hierfür ist der Weg dieser Ansicht. 1938 noch Eigentum des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wurde sie 1952 durch die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten der DDR an die Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Janet Röder

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson